Aquarena Toter in der Aquarena: Ermittlungen gegen das Personal eingestellt

Eine Viertelstunde vor Betriebsschluss ereignete sich das Unglück: Ein 30-Jähriger starb im großen Becken der Aquarena.
Eine Viertelstunde vor Betriebsschluss ereignete sich das Unglück: Ein 30-Jähriger starb im großen Becken der Aquarena. © Foto: Archiv
Heidenheim / Erwin Bachmann 03.01.2018
Der tödliche Badeunfall im Februar 2017 bleibt fürs Personal ohne strafrechtliche Konsequenzen.

Zehn Monate hat's gedauert, bis die Staatsanwaltschaft Ellwangen – wie jetzt auf Anfrage der Heidenheimer Zeitung bestätigt wurde – kurz vor Weihnachten die Einstellung des Ermittlungsverfahrens verfügt hat, das nach dem Tod eines 30-jährigen Badegastes gegen drei damals aufsichtsführende Mitarbeiter der Aquarena eingeleitet worden war.

Diese Beschäftigten der Stadtwerke Heidenheim AG waren zum Dienst eingeteilt, als am 20. Februar 2017 kurz vor der abendlichen Schließung des Hallenbades von einer Reinigungskraft ein am Grund des Schwimmerbeckens liegender Mann entdeckt wurde.

Die sofort nach der Bergung der leblosen Person unternommenen Reanimationsversuche waren erfolglos geblieben.

Badegast war Apnoetaucher

Spätere Untersuchungen wiesen darauf hin, dass sich der aus dem rheinland-pfälzischen Frankenthal stammende Badegast seinerzeit beruflich in Heidenheim  aufhielt und Apnoetaucher war.

Bei dieser Art des Sporttauchens, das dieser Mann nach Feierabend in dem Variobecken geübt haben soll, atmet der Taucher vor dem Abtauchen ein und benutzt im Gegensatz zum Gerätetauchen für seinen Tauchgang nur diesen einen Atemzug.

Die Obduktion hatte als Todesursache einen reflektorischen Herzstillstand ergeben – ein bei Badeunfällen nicht untypischer Kreislaufstillstand, zu dessen Auslösern auch das Eintauchen in kaltes Wasser bei erhöhter Körpertemperatur gehört.

Ein Gutachten war ausschlaggebend

Die jetzt verfügte Einstellung des wegen des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung geführten Ermittlungsverfahrens beruht auf dem Ergebnis eines von der Staatsanwaltschaft Ellwangen eingeholten Gutachtens. Nach Angaben von Pressesprecher Jens Weise hat ein als Sachverständiger berufener Facharzt für Tauch- und Überdruckmedizin festgestellt, dass der 30-jährige Verunglückte seinerzeit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch dann nicht erfolgreich wiederbelebt hätte werden können, wenn er unmittelbar nach Eintritt der Bewusstlosigkeit oder des Kreislaufstillstandes entdeckt und aus dem Wasser geholt worden wäre.

Auch früheres Eingreifen hätte demnach nichts am Geschehen geändert. Vor diesem Hintergrund hatte sich in dem Verfahren die Frage erübrigt, ob seitens des Aufsichtspersonal ein wie auch immer geartetes pflichtwidriges Verhalten vorlag. „Das musste gar nicht mehr festgestellt werden,“ so der Behördensprecher.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel