Gutachten Tödlicher Unfall in der Aquarena: Verunglückter war Apnoetaucher

Die Heidenheimer Aquarena.
Die Heidenheimer Aquarena. © Foto: Sabrina Balzer
Heidenheim / Erwin Bachmann 27.04.2017
Zwei Monate ist es her, seit ein 30-jähriger Mann tot im Wasser eines Beckens der Heidenheimer Aquarena gefunden worden ist. Die Ermittlungen dauern an.

Das von der Staatsanwaltschaft Ellwangen geführte Verfahren ist komplexer als zunächst gedacht. „Wir ermitteln objektiv mit dem Ziel, herauszufinden, ob es im Zusammenhang mit dem Todesfall einen strafrechtlichen Vorwurf gibt oder nicht,“ sagte Presse-Staatsanwalt Armin Burger im Rahmen der Jahrespressekonferenz der Anklagebehörde.

Hätte der Mann gerettet werden können?

Im Fokus stehen drei aufsichtsführende Mitarbeiter der Aquarena und die Frage, ob der am Boden des großen Variobeckens entdeckte Mann bei rechtzeitigem Einschreiten hätte gerettet werden können.

Und das ist nach jüngster Mitteilung nur sehr schwierig zu ermitteln. Fest stehe, dass die leblose Person am 20. Februar kurz vor der abendlichen Schließung des Bades von einer Reinigungskraft gesichtet worden sei, die zunächst gedacht hatte, es handele sich um eine Übungspuppe.

Die Obduktion habe ergeben, dass der Badegast an einem plötzlichen Herztod verstorben sei, sagte Burger, der bei früherer Gelegenheit von einem reflektorischen Herzstillstand gesproche hatte – ein bei Badeunfällen nicht untypischer Kreislaufstillstand, zu dessen Auslösern auch das Eintauchen in kaltes Wasser bei erhöhter Körpertemperatur gehört.

Apnoetaucher aus Frankenthal

Wie jetzt weiter mitgeteilt wurde, war der aus dem rheinland-pfälzischen Frankenthal stammende Mann, der aus beruflichen Gründen in der hiesigen Region unterwegs war, ein Apnoetaucher.

Bei dieser Art des Sporttauchens, das der 30-Jährige in der Aquarena geübt haben soll, atmet der Taucher vor dem Abtauchen ein und benutzt im Gegensatz zum Gerätetauchen für seinen Tauchgang nur diesen einen Atemzug, verzichtet also auf künstliche Atemluftversorgung.

Es gilt die Unschuldsvermutung

Die Länge des von der Staatsanwaltschaft Ellwangen geführten Ermittlungsverfahrens deutet nicht zuletzt auf die große Sorgfalt hin, mit der die Aufklärung betrieben wird. Armin Burger macht in diesem Zusammenhang deutlich, dass grundsätzlich die Unschuldsvermutung gilt und es nicht das Ziel sei, unbedingt einen zu Lasten des Aufsichtspersonals gehenden Nachweis zu führen. Genau so gut könnte das Verfahren auch dessen Entlastung dienen.

Ob ein strafrechtlich relevanter Vorwurf zu erheben sein wird, hängt nicht zuletzt mit der Frage zusammen, wie lange der Mann, dem auch Reanimationsversuche nicht mehr geholfen hatten, unentdeckt im Wasser gelegen hatte. „Entsprechende Gutachten liegen noch nicht vor,“ so Erster Staatsanwalt Burger.