Heidenheim / HZ  Uhr
Die Kreisjägervereinigung weist Spaziergänger, Jogger, Reiter und Hundebesitzer darauf hin, was sie zum Schutz von Wildtiernachwuchs tun können.

Im Frühjahr verwandeln sich Wälder, Wiesen und Felder in eine große Kinderstube: von Vögeln über Hasen und Rehe bis zu den Wildschweinen bekommen die Tiere Nachwuchs. Die Kreisjägervereinigung nimmt dies zum Anlass, um Spaziergänger, Jogger und Reiter auf das richtige Verhalten im Wald hinzuweisen.

Viele Jungtiere tarnen sich perfekt, um Räuber und Feinde zu täuschen. Regungslos und fast ohne Eigengeruch werden die Kleinen fast unsichtbar, wenn sich eine Gefahr nähert, da sie noch nicht fliehen können. „Auch wenn man meint, das Jungtier wäre ganz allein, so stimmt das in aller Regel nicht: Die Mutter und manchmal auch beide Elterntiere sind nie weit weg und passen auf“, so Anne Schneider, Presseobfrau der Kreisjägervereinigung.

So entsteht bei vielen Menschen, die zufällig ein Rehkitz oder einen Junghasen entdecken, der falsche Eindruck, das Tier sei zahm oder schwach und krank, was aber nicht stimme. Auch bei Vögeln gebe es Nestflüchter, wo der noch nicht flugfähige Nachwuchs dann in der Umgebung verteilt sitzt. So sei die Gefahr, dass ein Räuber alle Jungen erwische, kleiner. Die Eltern sind in ständigem Rufkontakt und wissen genau, wo ihr Nachwuchs ist. Sobald keine Störung da ist, werden die Jungen regelmäßig gefüttert.

Damit Wildtiere und bodenbrütende Vögel ihre Jungen in Ruhe aufziehen können, sollten Hunde im Wald und in der Nähe des Waldes an der Leine bleiben. Schon die Nähe zum Nachwuchs beunruhige die Eltern unnötig, erläutert Anne Schneider.

Spaziergänger, Jogger und Reiter sollten in dieser Zeit ebenfalls auf den Wegen bleiben, da jede Störung eine längere Wartezeit auf die Mutter bedeute. Menschen und Hunde auf Wegen würden Wildtiere meist nicht als Bedrohung wahrnehmen, haben Forscher herausgefunden.

Waldnahe Wiesen, Hecken und Gänge quer durch den Wald ohne richtige Wege sollte man den Tierkindern zuliebe vermeiden. Wer ein Jungtier findet, solle es auf keinen Fall anfassen. Hat das Tierkind den Geruch von Menschen (oder einem Hund) angenommen, werde es oftmals von seiner Mutter verstoßen und verhungere dann.

Vorsicht, aggressive Bache

Anders ist es bei den Wildschweinen. Hier ist die Bache, das Muttertier, immer in der Nähe und sie verteidigt ihren Nachwuchs aggressiv. „Mit ihren langen, scharfen Eckzähnen kann sie Menschen und Hunden schwere Verletzungen zufügen“, warnt Anne Schneider. Bleibe man als Fußgänger, Reiter oder Jogger auf dem Weg, so bleiben die Wildschweine meist unbemerkt in ihrem Versteck. Damit Hunden nichts passiert, sollten sie im Wald an der Leine bleiben. Wildschweine sind eine der wenigen Tierarten, die auch den Nachwuchs von anderen Rottenmitgliedern mit aufziehen. Man braucht also nicht zu befürchten, dass ein Frischling genanntes Wildschweinkind allein bleiben muss.

Viele Jäger helfen im Mai, Kitze vor dem Mähtod zu retten. Das ist nicht ganz einfach und erfordert einiges Wissen, viel Zeit und Zusammenarbeit mit den Landwirten. Der Jagdpächter ist auch der richtige Ansprechpartner, wenn man ein Tierkind findet und sich Sorgen macht. Jedoch sollte man das Tier nicht anfassen, sondern erst nachfragen.