Schule Thomas Kümmel will mehr Kunst an Schulen bringen

Hat eine kulturelle Mission: Kulturagent Thomas Kümmel will Kunst an Heidenheimer Schulen bringen, hier an der Bergschule zusammen mit der Lehrerin Sabine Bodenmüller.
Hat eine kulturelle Mission: Kulturagent Thomas Kümmel will Kunst an Heidenheimer Schulen bringen, hier an der Bergschule zusammen mit der Lehrerin Sabine Bodenmüller. © Foto: Oliver Vogel
Jan-Felix Czichon 23.03.2016
Mehr Kultur an die Schulen bringen – dass ist das Hauptziel von Thomas Kümmel. Er ist seit Oktober Kulturagent in Heidenheim.

Mit dem Schuljahr 2015/2016 startete das neue Programm „Kulturagenten für kreative Schulen Baden-Württemberg“. Seit Oktober letzten Jahres sind zehn Kulturagenten in zehn Städten Baden-Württembergs unterwegs, um dort das kulturelle Angebot von ausgewählten Schulen zu erweitern. In Heidenheim sind die Bergschule, die Grundschule Reutenen und der Schulverbund Heckental an dem Programm beteiligt.

Das Landesbüro der Landesvereinigung kulturelle Jugendbildung Baden-Württemberg ist für die Steuerung des Projekts verantwortlich und wird von Stadt und Land sowie der Stiftung Mercator finanziert. Bereits von 2011 bis 2015 gab es das Kulturagentenprogramm als Modellprojekt an einigen Schulen. Nun sollen die dort erworbenen Ergebnisse und Erfahrungen verfestigt und ausgeweitet werden.

Thomas Kümmel, der an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule in Halle Malerei und Grafik studierte, blickt auf eine langjährige Erfahrung mit Schulprojekten zurück. „Als ich in Heidenheim angefangen habe, war ich positiv überrascht, wie viele Kulturangebote es bereits gibt“, bemerkt Kümmel, der schon während des Modellprogramms Kulturagent in Thüringen war. Ein Projekt das er dort organisierte, war eine „Romantische Zeitreise“: eine einwöchige Fahrradtour durch das Flusstal der Saale. Diese war mit verschiedenen Stationen, wie zum Beispiel Museumsbesuchen, verbunden und sollte den Schülern die Epoche der Romantik lebendig vermitteln.

Idealerweise sollen die Kunstprojekte im regulären Unterricht stattfinden, dürfen diesen aber nicht ersetzen, sondern nur ergänzen. Sie können aber genauso gut im freiwilligen Bereich angesiedelt sein und müssen nicht an ein bestimmtes Unterrichtsfach gebunden sein. Das Ziel sei außerdem, nicht einfach einzelne Kunstprojekte für die Schulen zu organisieren, sondern eine längerfristige Zusammenarbeit zwischen Kultureinrichtungen und Schulen zu bewirken, um so das kulturelle Angebot nachhaltig zu erweitern. Für diesen Zweck wird gleich zu Beginn zusammen mit den Lehrern und Schülern ein „Kulturfahrplan“ entwickelt, der alle Ideen bündelt und helfen soll, diese planvoll in den Schulalltag zu integrieren.

Die Stadt hat sich für das Programm beworben, weil trotz bereits bestehender guter Vernetzung zwischen Schulen und Kultureinrichtungen, das Personal manchmal nicht ausreiche: „Da ist die Unterstützung von außen willkommen“, so der Pressesprecher der Stadt, Wolfgang Heinecker. Unterstützt werde das Programm in Heidenheim mit 50 000 Euro, davon gehen 20 000 Euro an Sachmittel für Projekte und 30 000 Euro an den Kulturagenten. Die Stadt selber steuert jährlich 10 000 Euro bei.

Beteiligte Kultureinrichtungen in Heidenheim sind bis jetzt die städtische Musikschule, die Stadtbibliothek, das Stadtmuseum, die Opernfestspiele sowie der Verein Kinder und Kunst. 2019 wird das Programm auslaufen, wie es danach weitergehen wird ist aber noch unklar. „Der Wille ist auf jeden Fall da, aber um das Programm auch auf andere Schulen auszuweiten, wird viel finanzielle Unterstützung benötigt werden“, stellt Kümmel fest.