Heidenheim Theaterring will verstärkt junges Publikum ansprechen

„Auerhaus“ ist eines der sechs Theaterstücke, die im Rahmen des Theaterrings gezeigt werden. Mit einem Package „Junges Theater“ soll speziell der Geschmack des jungen Publikums getroffen werden.
„Auerhaus“ ist eines der sechs Theaterstücke, die im Rahmen des Theaterrings gezeigt werden. Mit einem Package „Junges Theater“ soll speziell der Geschmack des jungen Publikums getroffen werden. © Foto: Patrick Pfeiffer
Heidenheim / Joelle Reimer 12.09.2018
In der neuen Saison des Heidenheimer Theaterrings stehen Komödien, Roman- und Filmadaptionen auf dem Spielplan. Bislang lockte das Programm jedoch nur wenige junge Zuschauer.

Ein lauer Sommerabend mit Stargast Jutta Speidel, bekannt aus Film und Fernsehen; dazu eine Komödie, deren Romanvorlage wochenlang auf der Bestsellerliste stand, und am Ende wird ganz klassisch mit der Faust auf den Tisch gehauen. So ähnlich könnte die Programmbeschreibung für die anstehende Saison des Heidenheimer Theaterrings klingen.

Sechs Theaterstücke bis Mai 2019

Sechs Aufführungen sind es, die die Heidenheimer Theaterlandschaft im Zeitraum zwischen Oktober 2018 und Mai 2019 ergänzen. Mit dabei die auch schon in vergangenen Jahren oft gesehene Württembergische Landesbühne Esslingen, das Landestheater Tübingen, die Burghofbühne Dinslaken, die Komödie im Bayerischen Hof und – eine relativ neue Kooperation – das Theater der Stadt Aalen. „In der vergangenen Saison hatten wir das Aalener Theater schon mit ,Macbeth' zu Gast. Diese Zusammenarbeit wollen wir fortsetzen“, sagt Oliver von Fürich, Leiter des Festspiel- und Kulturbüros. Mit „Heisenberg“ werde am Donnerstag, 17. Januar 2019, im Konzerthaus ein Theaterstück geboten, dass momentan „en vogue“ und sehr beliebt sei. Die etwas schräge Liebesgeschichte des britischen Dramatikers Simon Stephens handelt von Georgie und Alex, ein Großstadtpaar, das aufgrund einer Verwechslung unverhofft zusammenfindet.

Bekannte Stücke und berühmte Gesichter

Man setzt also auf bekannte Stücke, um die Heidenheimer ins Theater zu locken? „Auch, ja“, sagt von Fürich. Vor allem aber spiele die Mischung der Genres eine Rolle – man wolle ein ausgewogenes Programm; ernsthafte Stücke, Roman- und Film-Adaptionen und auch Komödien. Der „Sommerabend“ von Gabriel Barylli als Auftakt am Montag, 1. Oktober 2018, bietet beides: Zum einen ist es eine Komödie, zum anderen wird mit Schauspielerin Jutta Speidel ein bekanntes Gesicht auf der Bühne zu sehen sein. In dieser Gesellschaftskomödie werden die Höhen und Tiefen zwischenmenschlicher Beziehungen ausgelotet.

Eine weitere Komödie ist am Mittwoch, 6. Februar 2019, um 20 Uhr in der Waldorfschule zu sehen. Die Burghofbühne Dinslaken führt „Die Känguru-Chroniken“ nach dem Kultbuch von Marc-Uwe Kling auf. „Eine Roman-Adaption, die zur Zeit auf vielen Bühnen gespielt wird. Das Buch war lange auf der Bestseller-Liste“, so von Fürich. Ein ausgewogenes Programm also, bei dem die Komödien etwas die Oberhand haben. „Wir haben Klassiker, wir haben Film-Adaptionen, wir haben Roman-Adaptionen. Was fehlt, sind Thriller. Die kommen aber sicher in der nächsten Saison wieder“, sagt er.

Schwerpunkt: Junges Theater

Keinesfalls fehlen dürfen Theaterstücke, die speziell das junge Publikum ansprechen sollen. Hier macht „Auerhaus“, ein Schauspiel nach dem Roman von Bov Bjerg, am Dienstag, 6. November, um 20 Uhr den Anfang im Package „Junges Theater“. Die Württembergische Landesbühne Esslingen will damit einen Einblick in das Lebensgefühl junger Erwachsener geben und erzählt vom Leben mitten in der schwäbischen Provinz.

Mit „Faust I“ wird am Dienstag, 12. März 2019, nicht nur ein absoluter Klassiker, sondern auch ein Sternchenthema des Abiturjahrgangs gezeigt. Den Abschluss bildet „Der talentierte Mr. Ripley“, ein Schauspiel nach dem Roman von Patricia Highsmith, am Donnerstag, 16. Mai 2019. In diesem psychologischen Krimi dreht sich alles um Tom Ripley, der sich eine neue Identität zulegt und schließlich zwischen zwei Welten jongliert.

Abonnements sind momentan nicht besonders gefragt

Für die anstehende Saison des Theaterrings bestehen derzeit 136 Abonnements – ein leichter Rückgang zum Vorjahr, was aber kein überraschender Trend ist, wurde doch bereits 2017 ein Rückgang verzeichnet. „Woran das liegt? Vielleicht entsprechen Abos einfach nicht mehr dem Zeitgeist. Vielleicht will sich jeder spontan entscheiden anstatt sich längerfristig festzulegen“, sagt von Fürich.

Leute ins Theater zu bewegen sei nicht einfach – vor allem nicht im Rahmen des Theaterrings. „Beim Naturtheater hilft die Mund-zu-Mund-Propaganda, das spricht sich rum. Hier gibt es jede Vorstellung nur ein Mal.“ Genau deshalb will man über bekannte Gesichter, bekannte Titel oder eben „Zwänge“ wie das Sternchenthema gehen. „Ich hoffe natürlich, dass die Zusammenarbeit mit unserem Theaterpädagogen Marco Graša Früchte trägt und vor allem die Schulen das theaterpädagogische Programm mehr in Anspruch nehmen“, so von Fürich. Denn Schüler oder Studenten sehe man bisher so gut wie gar nicht im Publikum. „Und da kann niemand sagen, es sei zu teuer. Heutzutage kostet ja selbst ein Kinobesuch mehr.“

Theaterring: was kommende Saison auf der Bühne geboten wird

Start der Theaterring-Saison ist am Montag, 1. Oktober, mit „Sommerabend“ um 20 Uhr in der Waldorfschule. Weiter geht es am Dienstag, 6. November, um 20 Uhr im Konzerthaus, wo „Auerhaus“ gezeigt wird.

Am Donnerstag, 17. Januar, wird „Heisenberg“ um 20 Uhr im Konzerthaus gespielt. Es folgen „Die Känguru-Chroniken“ am Mittwoch, 6. Februar, um 20 Uhr in der Waldorfschule. Am Dienstag, 12. März, wird dort „Faust I“ um 20 Uhr gezeigt.

Den Abschluss macht „Der talentierte Mr. Ripley“ am Donnerstag, 16. Mai, um 20 Uhr in der Waldorfschule.

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