Heidenheim Welches Buch wird aus der Stadtbibliothek am häufigsten geklaut?

© Foto: Christian Thumm
Heidenheim / Patrick Vetter 13.03.2018
In der Stadtbibliothek lassen sich einige Superlative und so manches Skurriles entdecken. Beim Stöbern zwischen Büchern, Gemälden, CDs und Filmen sind einige Überraschungen aufgetaucht.

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Das längste Bücherregal Deutschlands?

145 Schritte braucht man, um an jenem Bücherregal entlangzuschlendern, das sich über die gesamte westliche Wand der Bibliothek erstreckt. Die Stoppuhr bleibt am Ende des Regals bei 1:20 Minuten stehen. Dabei war nicht einmal Zeit, sich den „Boulevard der Bücher“ genauer anzusehen. So nennt der Architekt der Heidenheimer Bibliothek, Max Dudler, den langen Flur. Doch zurück zu den Fakten: Das Regal ist 110 Meter lang, wird aber durch die großen Fenster der Bücherei unterbrochen. Berlin, Frankfurt, Stuttgart und unsere Nachbarn in Ulm sind sich sicher, dass sie in Sachen Länge nicht mithalten können. Ob Heidenheim aber das längste Regal der Nation hat, lässt sich natürlich nicht abschließend sagen.

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Welches ist der schwerste Wälzer?

Wer hier zuerst an Atlanten denkt, liegt zwar gut, aber trotzdem falsch. „Die großen Impressionisten“ von Diane Kelder bringt mehr auf die Waage als alle anderen Bücher der Bibliothek. Es ist 4,7 Kilogramm schwer und logischerweise in der Kunstabteilung zu finden. Der riesige Wälzer beansprucht natürlich auch viel Platz im Bücherregal. Und eines ist sowieso klar: Auf dem Weg zur Arbeit in der Bahn kann das Buch nicht gelesen werden.

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Welche Bücher kommen kaputt zurück?

Im Urlaub will jeder gut informiert sein, deshalb nimmt man die ausgeliehenen Reiseführer gleich mit – zum Leidwesen ihrer Unversehrtheit. Die kleinen Taschenbücher werden am häufigsten beschädigt in der Bibliothek zurückgegeben. Insgesamt kommen aber doch die allermeisten Medien heil zurück in die Bücherregale der Stadt.

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Was wird am häufigsten geklaut?

Ende der Achtzigerjahre gab es eine ganz bestimmte Sorte Buch, die es nie lange in den Regalen der Bibliothek aushielt. Karate- und Kampfkunstbücher wurden damals reihenweise gestohlen. Möglicherweise waren die Menschen von Karate-Kid-Filmen oder Jackie Chan so begeistert, dass sie den Künstlern nacheifern wollten. Später hatten es die Diebe auf Drogenberatungsbücher abgesehen. Ob die Werke für Schulreferate benötigt wurden, bleibt ungewiss.

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Welches Buch hat die meisten Seiten?

Die meisten Seiten in der Bibliothek hat die Bibel. Sie bleibt der Spitzenreiter an Umfang mit 2400 Seiten. Ohne Glossar und Anmerkungen sind es immer noch 2279 Seiten. Doch welcher Roman hält den Rekord in seiner Sparte? „Der Medicus“ und „der Herr Ringe“ stehen zwar gut im Rennen, aber die meisten Seiten aller „Der Romane hat der „Unendliche Spaß“ von David Foster Wallace. Er besteht aus 1547 bedruckten Seiten und hat ohne Anmerkungen am Schluss immer noch 1410 Seiten.

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Wie aktuell ist die CD-Sammlung?

Klassische Meisterwerke findet man zuhauf in Neuvertonung oder von bereits verstorbenen Künstlern. Auch Rock- und Pop-Platten liegen in großer Anzahl vor. Aber wie sieht es in einem Genre aus, dass nur von der jungen Generation gehört wird? Die einzige Hip-Hop-Platte aus dem Jahr 2017 ist „Dreifarbenhaus“ von Bausa. Aus dem Jahr 2016 finden sich ganze vier Alben von Kollegah bis Samy Deluxe.

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Wie groß ist das größte Bild der Graphothek?

Jeder kann in der Graphothek für eine kleine Versicherungsgebühr Kunstwerke von regionalen und überregionalen Künstlern ausleihen. Wer viel Platz hat, kann das größte Werk der Sammlung, ohne Namen, aber von Günther Reger, mitnehmen. Es ist 100 mal 70 Zentimeter groß. Die zwei kleinsten Bilder kommen vermutlich von Horst Janosch. Sie zeigen zwei Zeichnungen auf wenigen Quadratzentimetern. Am häufigsten ausgeliehen wird „La vie en Rose“ von Rainer Baier. Es wurde bereits 62 Mal verliehen und somit häufiger als Werke von Joan Miró.

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Wie weit reicht die Filmsammlung zurück?

Die Auswahl an Spielfilmen ist groß genug, um sich zumindest mal den Winter hindurch gemütlich auf der Couch die Zeit vertreiben zu können. Darunter finden sich auch viele Blockbuster der vergangenen Jahre. Im Bereich der Filmklassiker ist aber auch einiges geboten. Die ältesten Filme sind „Im Westen nichts Neues“ aus dem Jahr 1930, Buster Keatons „The Three Ages“ und Charly Chaplins erster Verfilmung „The Kid“, der 1921 Premiere hatte.

Die Stadtbibliothek ist mit 70.000 Medien umgezogen und versucht wieder auf 90.000 aufzustocken. Jährlich werden rund 5000 Bücher entsorgt und genauso viele kommen neu hinzu. Alle Medien verteilen sich im Haus auf eine Fläche von 2040 Quadratmetern, ohne das Lese-Café, das Foyer und den Veranstaltungsbereich.

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