Urteil Sucht als treibende Kraft für 14 Auto-Aufbrüche

Andreas Uitz 07.04.2014
Auf eine jahrelange Drogenkarriere und etliche Haftstrafen kann ein Anfang 30-jähriger Mann zurückblicken, der am Montag vom Schöffengericht erneut zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Er hatte im vergangenen Jahr insgesamt 14 Autos aufgebrochen und geplündert.

Der Zeitraum der Auto-Aufbruchserie umfasst nahezu zwei Monate. Von Mitte Mai bis Mitte Juli 2013 wurden im Heidenheimer Stadtgebiet, vorzugsweise in Wohngebieten Autos aufgebrochen. Der Täter hatte es in den insgesamt 14 angeklagten Fällen jedes Mal auf eines abgesehen: Bargeld oder Wertgegenstände, die sich schnell in solches verwandeln lassen. Doch von wenigen Ausnahmen abgesehen war der angerichtete Schaden durch das Einschlagen der Autoscheiben größer als der Wert der Beute.

Dass er die Taten begangen hat, in der Hoffnung, Wertvolles zu finden, daraus macht der Angeklagte bei der Hauptverhandlung vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Eberhard Bergmeister kein Hehl. Vielmehr räumte er direkt nach der Verlesung der Anklage die Taten unumwunden ein.

„Ich war auf der Flucht und süchtig und brauchte Geld für Drogen und um mich über Wasser zu halten“, erklärte der Angeklagte. Und in der Tat hat der heute 31-Jährige eine beachtliche Drogenkarriere vorzuweisen. Im Alter von 18 Jahren nahm er zum ersten Mal Heroin, vier Jahre später konsumierte er die Droge regelmäßig. Ein Drogentherapie brach er nach drei Monaten ab, eine weitere anvisierte trat er erst gar nicht an.

Wie oft in diesen Fällen hat der Angeklagte auch ein beachtliches Vorstrafenregister aufzuweisen. „Schon seit seiner Jugend reichen die Einträge quer durch den Garten des Strafgesetzbuches“, sagte der Staatsanwalt. Dabei wurde Angeklagte nicht nur wegen Drogendelikten sondern auch mehrfach wegen Körperverletzung und ähnlichen Delikten verurteilt. Einige Jahre seines Lebens hat der Mann bereits hinter Gittern verbracht.

Bei der Verhandlung zeigte er sich reumütig, entschuldigte sich bei den Opfern und beteuerte, unbedingt eine stationäre Drogentherapie in Angriff zu nehmen und mit seiner Vergangenheit abzuschließen. Sowohl Staatsanwalt als auch Verteidiger nahmen ihm dieses Bemühen ab und erwähnten es zu seinen Gunsten in ihren Plädoyers. Auch die Tatsache, dass sich der Angeklagte in der Verhandlung voll geständig zeigte und damit auf die Anhörung von immerhin 17 Zeugen verzichtet werden konnte, und dass die Beute aus den Autoaufbrüchen alles in allem doch recht gering war, fiel zu seinen Gunsten aus.

Dies bewertete auch Richter Eberhard Bergmeister so, der den Angeklagten zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilte und damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft folgte. Die bereits in Untersuchungshaft verbrachten drei Monate tragen dazu bei, dass der Täter bereits in drei Monaten eine Drogentherapie wird beginnen können.