Heidenheim Stumpp: Zu wenig Lehrer auf dem Land

Heidenheim / HZ 14.09.2018
Die Grünen-Abgeordnete Margit Stumpp sieht erhebliche ungelöste Probleme.

Für Margit Stumpp, die bildungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, steht der Schulstart in Baden-Württemberg „unter keinem guten Stern“. Es herrsche weiterhin großer Lehrkräftemangel, gerade in der Grundschule und in ländlichen Regionen, weshalb auf pensionierte Lehrer zurückgegriffen werden müsse. Gleichzeitig beklagt sie die aus ihrer Sicht mangelnde Planung hinsichtlich Lehrkräftebedarf und Studienplätzen.

Auch bundespolitisch sind die Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Schulstart nach Einschätzung von Stumpp nicht gut. Das größte Problem bleibe die soziale Auswahl. In kaum einem anderen Land entscheide die soziale Herkunft so stark über den Bildungserfolg wie in Deutschland. Das müsse sich dringend ändern, etwa durch qualitativ höherwertige Schulen, mehr Ganztagsbetreuung, längeres gemeinsames Lernen, bessere finanzielle Ausstattung und individuelle Förderung. „So entkoppeln wir Herkunft von Zukunftschancen“, sagt Stumpp.

Bund soll mehr tun

Mit der digitalen Schule gehe es ebenfalls nicht voran, „weil die nicht mehr ganz so neue Bundesministerin den Digital-Pakt Schule einfach nicht hinbekommt“. Die Schulen warteten weiterhin auf Geld, das ihnen bereits vor mehr als zwei Jahren versprochen worden sei. Der Bund müsse zudem die Länder und Schulträger stärker unterstützen. Doch statt endlich einen entsprechenden Kooperationsparagrafen im Grundgesetz zu verankern, werde nur zaghaft das Kooperationsverbot gelockert. Dadurch seien Mittel nur zeitlich befristet und abnehmend verfügbar, der große Fortschritt bleibe aus.

In der ganzen Republik fehlten zum Teil massiv Lehrkräfte, so Stumpp. Die Zahl der Quereinsteiger werde immer größer. Der Beruf müsse attraktiver werden, indem multiprofessionelle Teams Lehrer entlasteten.

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