Heidenheim / Andreas Uitz  Uhr
Seit vielen Jahren werden im gesamten Stadtgebiet nahezu ununterbrochen Straßen saniert. Auch in diesem Jahr „vergräbt“ die Stadtverwaltung wieder einige Millionen Euro im Untergrund, um den Zustand zu verbessern.

Es scheint ein Fass ohne Boden zu sein, denn die Straßen, die dringend einer Sanierung bedürfen, gehen nicht aus. So ist man bei der Verwaltung schon seit Jahren bemüht, den Zustand zu verbessern, doch gelingt dies eben nur Stück für Stück. Allein in diesem Jahr sind 5,3 Millionen Euro im Haushalt für Tiefbauarbeiten eingeplant, immerhin eine Million Euro mehr als im vergangenen Jahr.

Um sich einen Überblick über die Straßen- und Kanalarbeiten zu verschaffen, fuhren OB Bernhard Ilg und Gerhard Horlacher, Leiter des städtischen Fachbereichs Bauen, die wichtigsten Baustellen ab. In weiten Teilen schon neu gestaltet, ist die Felsenstraße, deren Umbau und Sanierung 2014 begonnen hat. Die muss in mehreren Bauabschnitten erfolgen, weil die Zufahrt zum Landratsamt gewährleistet sein muss. Derzeit sind die Bauarbeiter mit dem letzten noch nicht sanierten Teilstück mit Kanalbauarbeiten beschäftigt, die Versorgungsleitungen der Stadtwerke sind bereits verlegt. Zudem musste eine neue Stützmauer eingebaut werden. Horlacher rechnet damit, dass die Felsenstraße bis Ende November fertiggestellt und dann wieder durchgehend befahrbar sein wird. Die Erneuerung des Abwasserkanals schlägt mit 110 000 Euro zu Buche, für den Straßenbau gibt die Stadt 480 000 Euro aus.

Im Sanierungsgebiet Soziale Stadt Kastorstraße/Wilhelmstraße liegen die Goethe- und die Rückertstraße, in denen derzeit ebenfalls Bauarbeiter und Baumaschinen das Straßenbild dominieren. Hier werden auf einer Gesamtlänge von 370 Metern und einer Fläche von knapp 4000 Quadratmetern die Straßen saniert. In der Rückertstraße sind die Arbeiten schon deutlich fortgeschritten. Es ist damit zu rechnen, dass noch im September asphaltiert wird. Etwas länger wird es in der Goethestraße dauern. Horlacher zufolge dürften die Arbeiten dort im November beendet sein. Insgesamt belaufen sich die Baukosten in diesem Bereich auf 770 000 Euro

Damit ist im Sanierungsgebiet ein weiterer Straßenzug erneuert worden. Die Investitionen, die die Stadt in den Sanierungsgebieten seit vielen Jahren tätigt, ziehen Ilg zufolge auch privates Engagement nach sich. Wenn sich das Umfeld verbessere, würden sich zahlreiche Hausbesitzer auch dazu entscheiden, ihre Immobilien zu renovieren. In den vergangenen 15 Jahren hätten 145 Hausbesitzer die Möglichkeit genutzt, dafür Fördergelder zu bekommen. „Das ist eine Entwicklung, die uns besonders freut. Hier zieht das öffentliche auch privates Engagement nach sich“, so der Oberbürgermeister.

Zwar sind Straßensanierungen nicht gerade eine schöne Aufgabe für Horlacher, doch gibt es noch erheblich unschönere. Nämlich die, wenn nach umfangreichen und teuren Arbeiten keine optische Verbesserung erkennbar ist. So wie derzeit in Schnaitheim beim Jagdschlössle. Hier ist die Durchfahrt komplett gesperrt. Grund dafür ist, dass ein sehr alter Abwasserkanal aus Oolith der unter den Bahnschienen hindurchführt, ersetzt werden muss. Das neue Rohr muss bei laufendem Bahnbetrieb unter den Schienen durchgetrieben werden – für Planer wie Bauarbeiter ein nicht unkomplizierter und aufwendiger Vorgang. Im Zuge der Arbeiten erneuern die Stadtwerke auch eine alte Hauptwasserleitung in diesem Bereich. Die Baukosten für den neuen Abwasserkanal belaufen sich auf 195 000 Euro.

Erheblich teurer ist dagegen die Straßensanierung in der Theodor-Schäfer-Straße am Siechenberg, die im Juli begonnen hat und bis Dezember beendet sein soll. Auch hier finden Kanalbauarbeiten auf einer Länge von 170 Metern statt, wobei der extrem felsige Untergrund die Arbeiten mitunter aufhält. Die Kosten für den Kanalbau belaufen sich auf 100 000 Euro, die Straßensanierung und Neugestaltung schlägt mit 220 000 Euro zu Buche.

Ganz ordentlich Geld wird derzeit auch beim Ploucquet-Areal vergraben und zwar in der direkt daran vorbeiführenden Ludwig-Lang-Straße. Die Arbeiten zum Umbau der Straße sind nicht einfach zu koordinieren, da direkt daneben am Rewe-Center gebaut wird. Doch da bis zur Eröffnung auch die Straße fertiggestellt sein muss, stellen sich die Planer dieser logistischen Aufgabe. Allein die Kosten für den Umbau der Straße belaufen sich auf 360 000 Euro, hinzu kommen noch 45 000 Euro für den Kanalbau und 220 000 Euro für die Sanierung der Brücke, die zur Newporter Straße auf dem Ploucquet-Areal führt.

Zu all diesen größeren kommen noch zahlreiche kleinere Baustellen im ganzen Stadtgebiet hinzu, die im laufenden Betrieb notwendig sind.