Prozess Strittige Sportwette: Prozess nicht in Malta sondern in Heidenheim

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Heidenheim / 17.06.2016
In einem Zwischenurteil hat sich das Amtsgericht Heidenheim zuständig erklärt für einen Prozess, bei dem es um eine Sportwette geht.

Ein Kunde eines Sportwetten-Büros klagt auf die Ausbezahlung eines Gewinns, der Wettanbieter Cashpoint reklamiert hingegen einen Quotenfehler und verweigerte dem Spieler die 906,20 Euro, die auf seinem Gewinnabschnitt stehen. Da der Wettanbieter den Geschäftssitz in Malta hat, wollte Richter Malte Becker zunächst seine Zuständigkeit klären. Diese begründet er mit entsprechenden Artikeln einer Europäischen Rechtsverordnung, der sogenannten Brüssel-Ia-Verordnung.

Darin wird erklärt, dass der Wohnort des Verbrauchers Verhandlungsort sein kann, auch wenn das Unternehmen seinen Sitz im europäischen Ausland hat. Sollte Cashpoint keine Berufung gegen das Zwischenurteil einlegen, kann in einigen Wochen die große Beweisaufnahme stattfinden.

Neben dem jetzt klagenden Spieler haben noch weitere Kunden des Wettbüros dieselbe Wette abgeschlossen. Insgesamt steht eine Summe von rund 50 000 Euro im Raum, die Cashpoint nicht ausbezahlt haben soll.