Heidenheim / HZ  Uhr
Das „Eliot Quartett“ spielt russische Töne in der Schlosskirche.

Einen emotionalen Beitrag zum russischen Schwerpunkt der diesjährigen Opernfestspiele dürfen die Gäste des Konzertes „Quartett im Schloss“ erwarten: Das preisgekrönte „Eliot Quartett“ spielt am Donnerstag, 11. Juli, ab 20 Uhr in der Schlosskirche auf Schloss Hellenstein Werke von Schostakowitsch, Prokofjew und Tschaikowski.

Das aufstrebende Quartett hat für seinen Besuch in Heidenheim ein vielseitiges Programm im Gepäck, was unserem westlichen Ohr charakteristisch russisch klingt. Den Anfang macht das Erstlingswerk von Dmitri Schostakowitsch. Ganz ungewohnt sind in diesem Werk keine ironischen oder sarkastischen Klänge zu finden. Es scheint, als ob Schostakowitsch im intimen kammermusikalischen Rahmen keine Repressalien seitens des Regimes fürchtete und kompositorisch ganz bei sich war. Auch das zweite Streichquartett von Sergej Prokofjew hat einen ganz eigenen, unverkennbaren Ton, der in seinem Œuvre eine Besonderheit darstellt: Der Komponist hat darin Volkslieder aus der kabardinischen Republik verarbeitet. Dort war er zur Zeit der Komposition im Kriegsjahr 1941 zwischenzeitlich gestrandet.

Das dritte und letzte Quartett von Piotr Tschaikowski schließlich kommt dem am nächsten, was wir im Westen gemeinhin mit dem Schlagwort „Russische Seele“ verbinden. Das Stück entstand in Erinnerung an den befreundeten Geiger Ferdinand Laub, der die ersten beiden Quartette des Komponisten als Primgeiger aus der Taufe gehoben hatte und im Vorjahr verstorben war.

Das international besetzte „Eliot Quartett“ mit Maryana Osipova, Alexander Sachs, Dmitry Hahalin und Michael Preuß wurde 2014 in Frankfurt gegründet und bekam nach dem Gewinn zahlreicher Preise eine besondere Würdigung von dem Pianisten Alfred Brendel. Ein weiteres Highlight war das Debüt im Mozarteum Salzburg. Weitere Konzerte führten das Quartett nach Italien, Spanien, Belgien, Polen und England. Im November 2018 hatte das „Eliot Quartett“ die Ehre, die Streichquartetttage im Holzhausenschlößchen in Frankfurt zu eröffnen, wo es 2019 eine eigene Konzertreihe gestaltete. Das Eliot Quartett ist nach dem US-amerikanischen Schriftsteller T. S. Eliot benannt, der sich von den späten Streichquartetten Ludwig van Beethovens zu seinem letzten großen poetischen Werk „Four Quartets“ inspirieren ließ.