Heidenheim Wettbewerb für mehr Fahrradfahren fürs Klima

In einem abgeschlossenen Raum können Rathausbedienstete wie Ralf Käpplinger ihre Räder sicher abstellen.
In einem abgeschlossenen Raum können Rathausbedienstete wie Ralf Käpplinger ihre Räder sicher abstellen. © Foto: Christian Thumm
Heidenheim / Michael Brendel 02.08.2018
Heidenheim ist beim europaweiten Wettbewerb „Stadtradeln“ dabei, der darauf abzielt, Menschen dauerhaft zum Umstieg aufs Fahrrad zu bewegen und weniger CO2 in die Luft zu blasen.

Viele nutzen Tag für Tag ganz selbstverständlich ihr Auto, um zur Arbeit zu gelangen. Nach Einschätzung von Johannes Metzger hat mittlerweile aber ein Umdenken eingesetzt: „Mehr und mehr setzen sich auch Schlipsträger aufs Rad und betrachten dieses eher als Statussymbol als ihren Pkw“, sagt der Vorsitzende des ADFC-Kreisverbands in Heidenheim.

Mehr geht aber immer, und so ist der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club eine der treibenden Kräfte, wenn sich die Stadt Heidenheim jetzt am „Stadtradeln“ beteiligt. Initiiert wurde diese Aktion von einem Netzwerk europäischer Kommunen, das den Namen Klima-Bündnis trägt. Es verfolgt zum einen das Ziel, aktiven Klimaschutz zu betreiben, indem durch den Verzicht aufs Auto weniger CO2 in die Atmosphäre gelangt. Zum anderen geht es darum, „ganz bewusst etwas für die eigene Gesundheit zu tun, und das möglichst dauerhaft“, wie Kevin Jehle anmerkt, Klimaschutzmanager in Diensten des Landratsamtes.

Dauer: 21 Tage

Dieses steht ebenso wie die Stadtverwaltung und der ADFC hinter der Heidenheimer Beteiligung am „Stadtradeln“. Teilnehmen können alle, die in Heidenheim wohnen, hier arbeiten, einem örtlichen Verein angehören oder eine (Hoch)Schule besuchen. Der Wettbewerb beruht auf der Idee, dass sich Gleichgesinnte zu Teams zusammenfinden und dann zwischen dem 8. und 28. September möglichst viele Kilometer auf dem Fahrrad oder dem Pedelec zurücklegen. Es können aber auch andernorts, also zum Beispiel im Urlaub zurückgelegte Strecken notiert werden – die hehre Absicht ist das Entscheidende.

Die Anmeldung ist unter der Internetadresse stadtradeln.de möglich, und die Erfassung der geradelten Kilometer erfolgt über eine App, in einem Online-Kalender oder handschriftlich auf Formularen, die der jeweilige Team-Kapitän sammelt. Dabei wird Ehrlichkeit vorausgesetzt, an der Ralf Käpplinger, der Fahrradbeauftragte der Stadtverwaltung, keinen Zweifel hat. Bei ihm laufen beim „Stadtradeln“ die Fäden zusammen. Heidenheim ist bei der elften Auflage erstmals beim „Stadtradeln“ dabei, allerdings schon seit 2010 Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen. Diese will den Fahrradverkehr in den Städten, Gemeinden und Landkreisen Baden-Württembergs systematisch fördern.

Drei Pedelecs im Einsatz

Als Beleg dafür, dass die Verwaltung auch im eigenen Haus an Verbesserungen arbeitet, verweist Käpplinger auf die Anschaffung dreier Pedelecs, die vor allem bei Fahrten zu Baustellen im Stadtgebiet eingesetzt werden. Zudem können Bedienstete ihr Fahrrad sicher in einem abschließbaren Raum neben dem Rathaus abstellen.

Käpplinger, Jehle und Metzger fahren täglich mit dem Rad zur Arbeit, und Letztgenannter setzt darauf, dass das „Stadtradeln“ viele zum Umstieg bewegt: „Wir setzen auf eine Ausdehnung und Verbesserung des Radwegenetzes. Und weil die dafür zuständigen politischen Gremien von der Stimmung in der Bevölkerung abhängig sind, hoffen wir auf viele Teilnehmer“.

Den Startschuss fürs „Stadtradeln“ gibt Oberbürgermeister Bernhard Ilg am Samstag, 8. September, um 14 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz. Anschließend können auf fünf verschiedenen Touren die ersten Kilometer gesammelt werden.

Fahrradtag am 29. September

Die SPD-Fraktion im Gemeinderat hatte die Idee, einen Fahrradtag einzuführen. 2017 fand er erstmals statt und bot verschiedene Touren. Die Teilnehmer nahmen sowohl den Radweg zwischen Bolheim und Mergelstetten als auch den Radschutzstreifen entlang der Ploucquet- und der Paul-Hartmann-Straße unter die Lupe.

Am 29. September findet der zweite Heidenheimer Fahrradtag statt. Auch diesmal gibt es eine gemeinsame Rundtour. Sie führt über das Biotop Viehtal östlich des Schmittenbergs, den Saumahdbrunnen und die Wagnersgrube zur Römerstraße. Dort gilt das Augenmerk dem neuen Fahrradschutzstreifen. Die Teilnehmergruppen werden von Mitgliedern des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) geführt. Mit von der Partie ist auch Bürgermeisterin Simone Maiwald.

Die Tour beginnt um 10.30 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz zwischen Rathaus und Stadtbibliothek und endet gegen 12 Uhr auch dort. Anschließend sind an gleicher Stelle die Auszeichnung der erfolgreichen „Stadtradeln“-Teams und ein Fest rund ums Rad vorgesehen.

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