Kosten Sterben wird nur für Babys und kleine Kinder billiger

Für Begräbnisse auf dem Waldfriedhof steigen die Gebühren deutlich an. Die neue Gebührensatzung gilt für alle Heidenheimer Friedhöfe einschließlich der Teilorte.
Für Begräbnisse auf dem Waldfriedhof steigen die Gebühren deutlich an. Die neue Gebührensatzung gilt für alle Heidenheimer Friedhöfe einschließlich der Teilorte. © Foto: Oliver Vogel
Heidenheim / Karin Fuchs 18.12.2013
Der Gemeinderat hat neue Friedhofsgebühren ab 2014 beschlossen: Ein Urnengrab in der Erde wird um 340 Euro teurer, eine Urnennische im Kolumbarium um 290 Euro. Billiger werden indes die Bestattungsgebühren für Babys und kleine Kinder.

Wirklich glücklich war mit der Gebührenerhöhung keiner der Stadträte. Doch im Gründe konnte sie nicht anders, sonst hätten sie gegen ihren vor drei Jahren gefassten Grundsatzbeschluss verstoßen, wonach die Kosten im Bestattungswesen zu 100 Prozent durch die Gebühren gedeckt werden sollen. Doch von Jahr zu Jahr zahlt die Stadt mehr drauf: Im laufenden Jahr werden nur 90 Prozent der Kosten abgedeckt. Für 2014 rechnet die Verwaltung durch die neuen Gebühren mit Mehreinnahmen von 150 000 Euro, sodass insgesamt 1,4 Millionen Euro eingenommen werden.

Dass die bisherigen Gebühren nicht mehr ausreichend waren, hatte mehrere Gründe, wie Roland Baamann, bei der Stadtverwaltung zuständig für das Friedhofswesen, dem Gemeinderat erläuterte. Er verwies auf den anhaltenden Wandel der Bestattungskultur. 80 Prozent der Bestattungen seien Urnenbeisetzungen, die günstiger als Gräber seien,. Zudem würden Gräber nicht mehr so häufig verlängert. Mehrausgaben hätte es auch durch die Sturmschäden gegeben, zudem habe die Stadt ein Baumkataster angelegt und kranke Bäume gepflegt.

Die neue Kalkulation führte dazu, dass vor allem bei Urnengräbern und im Ruheforst die Gebühren stiegen. Den Vergleich mit umliegenden Städten wie Giengen oder Aalen hält Heidenheim laut Baamann stand. Dort seien die Gebühren ähnlich.

„Diese erhebliche Gebührenerhöhung fällt uns als CDU-Fraktion nicht einfach“, sagte Fraktionsvorsitzender Uwe Wiedenmann. Seine Fraktion stimmt unter der Voraussetzung zu, dass man auf den Friedhöfen ein Angebot aller Bestattungsformen habe, also auch mit Kolumbarien. Der Technische Ausschuss hatte erst vorige Woche den Bau von neuen Kolumbarien abgelehnt. Im neuen Beschluss heißt es jedoch, dass die Stadtverwaltung prüft den Bedarf nach weiteren Urnenwänden prüft. Diesem Antrag der CDU war auch die SPD-Fraktion beigetreten. „Wir wollen niemandem vorschreiben, wie er begraben werden soll.“ Uli Grath als Fraktionschef der Freien Wähler indes wehrte sich gegen solche Bauwerke, die „immens kosten und dann ungenutzt dastehen.“ Er lenkte das Augenmerk auf „Grabtourismus“, durch den man die Auslastung der Friedhöfe erhöhen und mehr Geld einnehmen könnte.

Einzig Reinhold Püschel (DKP) stimmte gegen die Gebührenerhöhung und musste sich den Hinweis von Oberbürgermeister auf die Gemeindeordnung gefallen lassen, die eine Kostendeckung vorschreibe.

So viel kostet ein Begräbnis samt Grab

Die günstigste Grabform ist ein anonymes Urnengrab. Für die Beisetzung von Urnen in Erdgräbern werden einheitlich 395 Euro an Gebühren fällig (Früher 350 Euro). Hinzu kommen die Grabgebühren für eine Zeit von 20 Jahren von 539 Euro (bisher 426 Euro). Dies Art der Beisetzung wird jedoch äußerste selten gewählt.

Am zweitgünstigsten ist das Urnengemeinschaftsgrab mit einer Gesamtgebühr vor 1100 Euro, das bislang 270 Euro billiger war. Ein Urnenreihengrab wird um 225 Euro teurer und kostet 1270 Euro.

Die größte Preissteigerung gibt es für ein Grab im Ruheforst, das ohne Beisetzungsgebühr auf 1530 Euro kommt (früher 915 Euro).

Urnenwände: Für eine Beerdigung im Kolumbarium bezahlt man ab 1535 Euro, das sind 205 Euro mehr als bisher.

Ein herkömmliches, frei wählbares Grab ist im Vergleich dazu deutlich teurer und kostet laut neuer Gebührenordnung 3135 Euro. Schon bisher kostete diese Art der Bestattung über 2700 Euro.

Hinzu kommt noch die Gebühr für die Benutzung der Leichenhalle, die ebenfalls von 204 auf 345 Euro ansteigt oder der Aussegnungshalle (395 statt 244 Euro). Wer ein Grab verlängern lassen will, bezahlt künftig um knapp 20 Euro weniger und kauft sich die Verlängerung für 200 Euro.

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