Kreis Heidenheim Steht es um die Wirtschaft im Kreis tatsächlich nicht gut?

© Foto:
Kreis Heidenheim / Erwin Bachmann 13.02.2018
Laut „Focus Money“ ist Heidenheim der wirtschaftsschwächste Landkreis in Baden-Württemberg.

Alle Jahre wieder veröffentlicht das Wirtschaftsmagazin „Focus Money“ eine bundesweite Rangliste der wirtschaftsstärksten Regionen. Aktuell wurden 381 Landkreise und kreisfreie Städte in diesen Vergleich einbezogen, von denen es der Kreis Heidenheim im Gesamtranking auf Rang 258 geschafft hat. Klingt auf den ersten Blick nicht unbedingt schlecht, doch bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass Heidenheim innerhalb Baden-Württemberg, das als wirtschaftsstärktes Land erkannt wird, das Schlusslicht ist: wie schon im Jahr zuvor.

Verschiedene Kriterien werden betrachtet

Der Landkreis-Test vergleicht die Wirtschaftskraft der einzelnen Räume anhand verschiedener Kriterien. Mit entscheidend sind die Arbeitslosenquote, die Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigem, das Wachstum des Bruttoinlandprodukts, Veränderungen der Erwerbstätigen-Zahl, das verfügbare Einkommen privater Haushalte je Einwohner, Investitionen im verarbeitenden Gewerbe je Beschäftigtem sowie Veränderungen der Bevölkerungszahl zum Vorjahr. Basis bildeten Daten der Statistischen Landesämter sowie der Bundesagentur für Arbeit.

Weitere Faktoren wie Sicherheits- oder Bildungsaspekte sind bei diesem Regionen-Vergleich – wie schon 2017 – nicht berücksichtigt. Genau dies war aber bei anderen auf dem Markt befindlichen Untersuchungen der Fall, bei denen Heidenheim zum Teil deutlich besser abgeschnitten hat. Nicht zuletzt die Industrie- und Handelskammer Ostwürttemberg zählt zu den Institutionen, die die von ihr vertretene Wirtschaftsregion und damit auch den Kreis Heidenheim in vielerlei Hinsicht gut aufgestellt sieht.

Es ist schwierig, das Ranking einzuschätzen

Wie also sind die Wertungen von Rankings nach Art des „Focus Money“ tatsächlich einzuschätzen? Grundsätzlich sei das schwierig, meint man bei der IHK Ostwürttemberg, der keine Informationen über die Methodik und die Gewichtung der verschiedenen Kriterien vorliegen.

Generelle Ableitungen aus den Rangwertungen zu treffen, sei insbesondere dann nicht einfach, wenn diese eben vergleichend zu anderen Landkreisen dargestellt werden, da individuelle Gegebenheiten vor Ort kaum darstellbar seien, sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle, für die diese mit zeitlichem Verzug dargestellten Momentaufnahmen allenfalls eine Orientierungshilfe darstellen und Entwicklungstendenzen aufzeigen können.

Im Vergleich zum Vorjahr um sieben Plätze aufgestiegen

Immerhin: Erkennbar ist auch, dass sich Heidenheim im Vergleich zum Vorjahr in der Gesamtwertung aller Landkreise des Bundesgebietes von Rang 265 um sieben Plätze auf Rang 258 verbessert hat. Dies liegt nach den der IHK vorliegenden Unterlagen an zwei Schlüsselpositionen wie dem Bruttoinlandsprodukt und der Bevölkerungsentwicklung, die beide positive Veränderungen zum Vorjahr zeigen.

Aus Michaela Eberles Sicht stellt das auf Landesebene vorgenommene Ranking nur die relative Lage des Landkreises dar: „Absolut betrachtet, erfreut vielmehr die Tatsache, dass Baden-Württemberg mit Bayern die deutlichen Gewinner dieses bundesweiten Rankings sind und sich damit wieder eindeutig deren herausragende Wirtschaftskraft in Deutschland widerspiegelt.“