Schnaitheim / HENDRIK RUPP Es war "nur" der offizielle Startschuss – auch wenn mancher wohl schon Nägel mit Köpfen erwartet hatte: Vor rund 200 Anwohnern und Bürgern hat die Stadt am Mittwochabend über das neue Sanierungsgebiet Hagen in Schnaitheim informiert.

Die Stühle wurden knapp in der Turn- und Festhalle, denn das Sanierungsgebiete Änderungen bedeuten, weiß man in der Stadt inzwischen: Fünf Gebiete von Bahnhof bis Voith-Siedlung sind bereits abgeschlossen, drei Gebiete laufen (Hauptstraße/Schlossberg, Wilhelm-Kastorstraße und Ploucquet-Areal), und mit der Projektbewilligung kamen nun die Oststadt und das Gebiet Hagen in Schnaitheim hinzu.

Wie es dazu kam, erläuterte Oberbürgermeister Bernhard Ilg, der mit Fachleuten aus der Verwaltung und dem Partner Wüstenrot Haus- und Städtebau über die Ziele informierte: Am Rande eines Schnaitheimer Dorffestes habe man ihn schon vor einigen Jahren angesprochen. Überall werde saniert, nun sei auch Schnaitheim dran. Ideen habe es genug gegeben, das habe auch die Bürgerwerkstatt der SPD bewiesen. Und gemeinsam sei es gelungen in Stuttgart für ein Sanierungsgebiet in Schnaitheim zu werben.

830 000 Euro stehen nun bereit – was manchem Bürger angesichts von 15 Millionen für das Ploucquet-Areal oder 10 Millionen für die Wilhelm- und Kastorstraße etwas spärlich erschien. „Das ist nur eine Anschubfinanzierung“, beruhigte Ilg – noch sei es stets gelungen, diese Summen (zu 60 Prozent vom Land bezahlt) weiter zu steigern.

Auf was man sich im Hagen einstellen kann, skizzierte Ilg auch: Über 125 private Sanierungen an Wohnhäusern haben die Sanierungsgebiete bisher angeschoben, neue Plätze, mehr Aufenthaltsqualität. Der Wunsch der Schnaitheimer sei eine neue Ortsmitte zwischen Hirscheckschule, Sportplatz Fischerweg und der Elser-Anlage, aber auch eine Sanierung der „Bahnbrache“ zwischen Bahnhof und Fabrikstraße. Und die alte Zigarrenfabrik Schäfer? Wiederholt musste der Ob daran erinnern, dass es um eine frühzeitige Bürgerbeteiligung gehe und die Stadt eben nicht schon alle Entscheidungen gefällt habe. Auf dem Schäfer-Areal sei womöglich Wohnen für alle Generationen denkbar, doch dazu müsse die Stadt die Fabrik erst einmal erwerben und einen Investor finden.

Konkretere Schritte sind östlich der Bahnlinie absehbar. Eine barrierefreie Rampe und ein Park- and-Ride-Parkplatz am Bahnhof seien in Planung, für eine Mensa der Hirscheckschule seien ab 2017 erstmal 2,15 Millionen Euro eingeplant. Auch habe man vor, mehr Freiräume in den oft sehr engen Wohngebieten zu schaffen, für mehr Grün und mehr Bäume zu sorgen. Und man werde prüfen, inwieweit die Brenz am Fischersteg in ähnlicher Weise aus ihrem hässlichen Betonkorsett befreit werden könne wie am Ploucquet-Areal in der Innenstadt. „Der Startschuss fällt heute“, so Ilg vor den Teilnehmern. „Gemeinsam geht vieles, jetzt beginnen wir.“