Heidenheim Startradeln: Wer sammelt die meisten Kilometer?

Heidenheim / Karin Fuchs 10.09.2018
Mehr als 400 Teilnehmer machen mit beim Wettbewerb und versuchen, möglichst oft das Fahrrad anstelle des Autos zu benutzten. Ende September wird abgerechnet, wer vorne liegt.

Mitradeln konnte Oberbürgermeister Bernhard Ilg zum Auftakt zwar nicht bei einer der Touren, die ADFC-Mitglieder in verschiedenen Schwierigkeitsstufen rund um Heidenheim angeboten hatten. Doch zumindest war er zum Start auf dem Willi-Brandt-Platz vor der Stadtbibliothek mit dem Fahrrad gekommen. Und auch in den nächsten drei Wochen will er häufiger als sonst mit dem Fahrrad unterwegs sein.

Drei Wochen lang Fahrrad statt Auto

Denn um das geht es bei der Aktion Stadtradeln, die bundesweit bereits zum 13. Mal stattfindet und bei der Heidenheim in diesem Jahr zum ersten Mal dabei ist. Initiiert wurde diese Aktion von einem Netzwerk europäischer Kommunen, das den Namen Klima-Bündnis trägt. Es verfolgt zum einen das Ziel aktiven Klimaschutz zu betreiben, indem durch den Verzicht aufs Auto weniger CO2 in die Atmosphäre gelangt. Zum anderen geht es darum, etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Und darum, „die Alltagstauglichkeit des Fahrrads unter Beweis zu stellen“, so der OB.

40 Teams sind in Heidenheim am Start

Das werden in den nächsten drei Wochen nicht nur die rund 80 Teilnehmer tun, die zum Auftakt am Samstag dabei waren, sondern insgesamt mehr als 400 Teilnehmer. So viele haben sich bislang in den 40 Teams angemeldet, die in Heidenheim mit am Start sind. „Das sind mehr als in Schwäbisch Gmünd, aber noch nicht so viele wie in Aalen“, sagte der OB, der meinte, da sei noch etwas Arbeit zu leisten – zumindest was das Ergebnis der gefahrenen Kilometer angehe. Zum Vergleich: In Aalen sind 523 Radler am Start, in Schwäbisch Gmünd 348.

Der Kilometerzähler für Heidenheim ist fleißig am rattern. Bereits nach den ersten Stunden hatten die Teilnehmer mehr als 1000 Kilometer gesammelt. Am Sonntagmittag waren mehr als 3500 Kilometer eingetragen. Nachverfolgen kann jeder die Ergebnisse im Internet. Dort wird das aktuelle Ranking der Gruppen eingeblendet und zugleich ausgerechnet, wie viel CO2 die Heidenheimer eingespart haben durch den Umstieg aufs Fahrrad. Gestern ging das bereits auf eine Tonne zu.

Werbung macht der ADFC im Rahmen des Stadtradelns für den jetzt angelaufenen Fahrradklima-Test. Ilg äußerte sich optimistisch, dass Heidenheim zeigen könne, dass die Stadt sich in Sachen Fahrrad weiter entwickelt habe. Er nannte den Bau von Radwegen und verwies auf die neuen Fahrradabstellplätze am Rathaus. Und er stellt ein Aussicht: „Wenn wir den alten Zugang zur Tiefgarage zuschütten, könnte dann nicht auch an exponierter Stelle am Eingang zur Innenstadt ein Abstellplatz für Fahrräder entstehen?“ Die Verwaltung sei diesbezüglich aufgeschlossen für innovative Ideen.

Unterstützer gesucht für neuen Radschnellweg

Und noch eine Idee will Ilg voran treiben und äußerte sich enttäuscht darüber, dass sich bislang noch keine der etablierten Vereinigungen hinter die Idee gestellt hätten: die eines Radschnellwegs zwischen Heidenheim und Aalen. Johannes Metzger informierte, dass er das Thema bereits an den ADFC-Landesverband heran getragen habe und sicherte Ilg volle Unterstützung zu. „Wir wollen diesen Schnellweg auch.“

Wie fahrradfreundlich ist Heidenheim?

Der Fahrradklima-Test 2018 des ADFC hat zeitgleich mit dem Stadtradeln begonnen. Der Fahrrad-Club ruft gemeinsam mit dem Verkehrsministerium Radfahrende dazu auf, die Fahrradfreundlichkeit von Städten und Gemeinden zu bewerten.

Bei der Online-Umfrage werden 32 Fragen zur Fahrradfreundlichkeit gestellt - beispielsweise, ob das Radfahren Spaß oder Stress bedeutet, ob Radwege von Falschparkern freigehalten werden und ob sich das Radfahren auch für Familien mit Kindern sicher anfühlt.

2016 hatte Heidenheim genügend Teilnehmer, dass das Fahrradklima ausgewertet werden könnte. Im Vergleich zu 2014 hatte sich Heidenheim stark verbessert: Vom vorletzten Platz im Land hat es Heidenheim mit Rang 44 ins Mittelfeld geschafft.

Im Bundesvergleich lag Heidenheim auf Platz 248 von 364. Verglichen wurden Städte bis zu 50.000 Einwohner. Ausgewertet wurden 86 Interviews von Heidenheimern. Mit der Note 4 lag Heidenheim exakt im Landesmittel.

Die Umfrage findet bis zum 30. November über die Internetseite www.fahrradklima-test.de statt. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2019 präsentiert. Ausgezeichnet werden die fahrradfreundlichsten Städte und Gemeinden nach sechs Einwohner-Größenklassen sowie diejenigen Städte, die seit der letzten Befragung am stärksten aufgeholt haben.

Ein Video vom ADFC Heidenheim:

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel