Aktion Standortsuche: Rekordbeteiligung bei "Volks-Bänken"

Nehmen Sie Platz: Auch diese Volks-Bank auf dem Erbisberg geht auf einen Vorschlag von HZ-Lesern zurück. Nun werden fünf weitere Standorte ausgewählt – aus über 200 Vorschlägen.
Nehmen Sie Platz: Auch diese Volks-Bank auf dem Erbisberg geht auf einen Vorschlag von HZ-Lesern zurück. Nun werden fünf weitere Standorte ausgewählt – aus über 200 Vorschlägen. © Foto: Markus Brandhuber
Hendrik Rupp 03.08.2016
Verflixtes siebtes Jahr? Von wegen: Die Volks-Bänke-Aktion schreibt in ihrem siebten Jahr einen neuen Rekord bei der Beteiligung.

Hundert Vorschläge sind guter Ton bei der Aktion, die seit 2010 von der Heidenheimer Volksbank, den Städtischen Betrieben Heidenheim und der Heidenheimer Zeitung angeboten wird. Und auch 2015 waren 110 Vorschläge eingegangen.

In diesem Jahr aber waren es noch weit mehr: Über 220 Vorschläge gingen bei der Redaktion der HZ ein, und wenn man den einen oder anderen Jux („Ich brauche eine Bank in meiner Küche“) oder die sieben Vorschläge für Bänke außerhalb des Stadtgebiets abzieht (wo die Stadt Heidenheim nun einmal keine Bänke aufstellen kann), dann bleiben immer noch genau 204 „gültige“ Vorschläge übrig. Das sind bald doppelt so viele wie im Vorjahr und ein neuer Rekord.

Woran das liegt? Sicher auch daran, dass sich Leser immer öfter zusammentun, um sich eine Bank zu wünschen. Das ist legal und hat auch durchaus einen Ausschlag bei der Auswahl der fünf Standorte, die letztendlich mit einer neuen Bank bedacht werden. So hat sich beispielsweise die komplette Klasse G3 der Königin-Olga-Schule um eine Volks-Bank beworben, das sie gerne auf oder an ihrem Schulgelände sähen. „Wir können die Besucher zwar leider nicht sehen, weil wir alle blind oder sehbehindert sind, aber mit netten Leuten auf einer Bank sitzen, das macht auch uns Spaß“, heißt es im Brief, den 30 Kinder mit Fingerabdrücken unterzeichnet haben.

Jeweils 25 Unterschriften wurden aber auch für zwei andere Standorte gesammelt: An der Arnold-Böcklin-/Franz-Marc-Straße im Mittelrain werden Bänke ebenso schmerzlich vermisst wie am Fußweg unterhalb der Ziegeläcker.

Überhaupt: Die Wünsche nach Bänken spiegeln die komplette Bandbreite der Bürgerschaft wieder. da geht es um den Ersatz für alte Bänke, da geht es ums Wandern im Wald ebenso wie um Spielplätze oder Pausenhöfe von Schulen. Neue Anlage wie der Oggenhauser Boule-Platz sollen Bänke erhalten, aber auch ganze Vereine wie der TC Heidenheim oder die Kleingärtner auf dem Zanger Berg hätten gerne Bänke.

Spannend auch, was zwischen den Zeilen zu lesen ist. Viele schöne Bänke an Waldwegen sind beispielsweise etwas abseits des Weges, einen oder zwei Schritte bergauf: „Das war früher kein Problem“, schreibt eine Bürgerin: „Aber mit dem Rollator kommt man da einfach nicht hoch“: Barrierefreiheit ist eine Aufgabe mit vielen Gesichtern. Und am anderen Ende der Altersskala sind aktuelle Wünsche für mehr Bänke in den Levillain-Anlagen: „Seit da ein Pokéstop ist, sind alle Plätze immer belegt“, schreibt eine Zwölfjährige.

Wo genau die Volks-Bänke Nummer 31 bis 35 aufgestellt werden, wird in den kommenden Wochen und Monaten entschieden: Wie immer werden Volksbank-Marketing-Chef Jürgen Pröbstle und Stadtgärtnerei-Chef Gunter Bergmann die Standorte persönlich in Augenschein nehmen und klären, wo Banken technisch möglich wären oder beispielsweise ohnehin durch neue städtische Bänke ersetzt werden können. Und angesichts der Rekordlänge der diesjährigen Wunschliste werden die beiden Bank-Experten wohl einige Zeit unterwegs sein.

Allen Leserinnen und Lesern schon heute vielen dank fürs Mitmachen. Und eine Volksbank-Aktion Nummer 8 ist für Sommer 2017 schon gemachte Sache.

Info Welche fünf Standorte für die neuen Volks-Bänke ausgewählt werden, wird die HZ zu gegebener Zeit mitteilen.