Betreuung Städtische Kinderhaus Kapellenstraße wurde eingeweiht

Heidenheim / Silja Kummer 23.11.2012
Schon seit 2007 kooperierte die Ostschule mit dem Kindergarten Humboldtstraße als "Bildungshaus 3-10". Jetzt befinden sich beide Bildungseinrichtungen tatsächlich unter einem Dach. Der Kindergarten, der jetzt "Städtisches Kinderhaus Kapellenstraße" heißt, wurde Freitag eingeweiht.

Zwei Millionen Euro hat die Stadt investiert, um zwischen Totenbergfriedhof und Ostschule einen Anbau zu errichten, der Platz für drei Kindergartengruppen und die Kleinkindbetreuung bietet. Oberbürgermeister Bernhard Ilg erinnerte in seiner Ansprache an den Auslöser der Veränderung: Die evangelische Kirche wollte sich vom Gelände des Humboldtkindergartens trennen und gab die Trägerschaft an die Stadt. Bewusst habe mansich für die Ostschule als Standort entschieden, um das gemeinsame Lernen von Kindergarten- und Schulkindern noch einfacher zu machen. Zudem, so Ilg, seien auch aus wirtschaftlicher Sicht gemeinsam genutzte Räume effizienter.

Besonderen Dank widmete Ilg dem CDU-Landtagsabgeordneten Bernd Hitzler für dessen Unterstützung. 2007 war Heidenheim als einer von 33 Standorten des neuen Bildungshaus-Konzepts ausgewählt worden. Dass dieses Modellprojekt auch an der Basis positiv wahrgenommen wird, bestätigte die kommissarische Schulleiterin der Ostschule Katrin Maier:„Soviel Unterstützung von Landesregierung und Schulamt haben wir noch nie erhalten“, meinte sie.

Zusammen mit der Kinderhaus-Leiterin Brigitte Stumpf stellt sie das Führungsteam des Bildungshauses, selbst nehme man sich als„pädagogisches Team“ wahr, bekannten die Damen. Die Kindergartenkinder könnten den Übergang zur Schule schrittweise erleben, für eine„durchgängige Bildungsbiographie“ sei gesorgt.

Für das Staatliche Schulamt Göppingen sprach Elke Weccard, die herausstellte, dass das gemeinsame Lernen von Kindergarten- und Schulkindern hier noch einmal eine neue Qualität erfahren habe. Kurze Wege zwischen Erziehern und Lehrern würden den Austausch fördern. Diese enge Verzahnung von Kindergarten und Schule würde die Kinder beim Übergang von einer Einrichtung zur anderen unterstützen und so zur Bildungsgerechtigkeit beitragen.„Heidenheim hat lange vor anderen Städten den essenziellen Wert von Bildung erkannt“, lobte die Schulrätin. Das Miteinander von Kindern verschiedener Altersstufen beinhalte einen pädagogischen Mehrwert, den es in vielen Familien durch fehlende Geschwister nicht mehr gebe.„Kein Kind darf verloren gehen“, postulierte die pädagogische Fachkraft.

Oberbürgermeister Ilg wies darauf hin, dass am heutigen Samstag die Ostschule ihren 100. Geburtstag mit einem Tag der offenen Tür feiere. Die Schule sei„eine zentrale Institution für Heidenheim“ und beweise auch nach 100 Jahren die Fähigkeit, sich dem gesellschaftlichen Wandel anzupassen.

Die Kinder, die ihre neuen Räume schon seit drei Monaten mit Leben füllen, bereicherten die über ein Stunde dauernde Feier mit gemeinsamen Liedern von Kindergarten- und Schulkindern und einem Vortrag des Grundschulorchesters. Gegen Ende der Reden wurde dann aber besonders den unter dreijährigen Kindern die Zeit doch merklich zu lang. Die Gäste der Einweihungsfeier nahmen zahlreich das Angebot an, das neue Kinderhaus zu besichtigen. Während sich im Untergeschoss des Anbaus die Räume für die Kleinkinder mit Schlaf- und Wickelplätzen befinden, können sich die Kindergartenkinder im oberen Stockwerk im Bewegungsraumaustoben, im Verkleidungsraum in bereit hängende Kostüme schlüpfen oder in bunten Spiellandschaften verweilen. Auf beiden Stockwerken gibt es einen direkten Übergang zum Schulgebäude, wo sich gemeinsam genutzte Räume anschließen.

Info Beim Tag der offenen Tür in der Ostschule können Besucher am Samstag von 11 bis 17 Uhr die Grundschule und das Kinderhaus besichtigen. Neben Vorführungen und Mitmachangeboten für Kinder gibt es auch Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen.
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel