Heidenheim Städtische Grünpflege ist in Heidenheim intensiver geworden

Auch das Rasenmähen gehört zur Grünflächenpflege der städtischen Betriebe.
Auch das Rasenmähen gehört zur Grünflächenpflege der städtischen Betriebe. © Foto: Christian Thumm
Heidenheim / Silja Kummer 11.05.2018
Mit einer Personalstelle mehr als im Vorjahr pflegen die städtischen Betriebe eine etwas größere Fläche, die aber mehr Arbeit erfordert. Auch um zwei neue Spielplätze muss sich die Stadt kümmern.

Heidenheim ist nicht nur umgeben von viel Natur, sondern hat auch viele Grünflächen in der Stadt. Um 296,61 Hektar müssen sich die Mitarbeiter der städtischen Betriebe kümmern. Darunter fallen nicht nur die Beete und Bäume entlang von Straßen, der Brenzpark und die Georges-Levillain-Anlage am Bahnhof, sondern auch die Grünflächen der städtischen Spielplätze, die öffentlichen Flächen auf den Friedhöfen, das Waldbad und die Sportplätze, jedoch nicht die Voith-Arena.

186 Gärten pro Mitarbeiter

Rein rechnerisch, so Gunter Bergmann, pflege jeder seiner Mitarbeiter 186 Gärten oder 64.747 Quadratmeter. Der Leiter der städtischen Betrieben hat eine neue Stelle dazubekommen, zudem konnte ein Auszubildender für ein Jahr beschäftigt werden. Insgesamt hat sich die Anzahl der Stellen bei den städtischen Betrieben auf 46,81 von im Vorjahr 45,31 erhöht.

Mehr Personal ist nicht nur notwendig, weil sich die Fläche vergrößert hat, die die städtischen Betriebe pflegen, sondern vor allem, weil die Intensität der Pflege zugenommen hat und deshalb mehr Arbeitszeit benötigt wird. Die Flächen werden in Pflegeklassen eingeteilt, die sich von I wie „hoch intensiv“ abstufen nach VI wie „extensiv“.

Zwei neue Spielplätze

2018 sind insgesamt 1000 Quadratmeter Pflegefläche hinzugekommen. „Dort, wo neu gebaut wird, verschwindet extensive Heidefläche, gleichzeitig kommen Bäume und Blumenbeete hinzu, die mehr Pflege benötigen“, so Gunter Bergmann. In den Pflegeklassen II, III und IV ist die Fläche größer geworden, um die sich die städtischen Mitarbeiter kümmern müssen, in den Pflegeklassen V und VI dagegen geringer.

Neu hinzugekommen sind für die Grünflächenpfleger zwei städtische Spielplätze: Den Waldbolzplatz im Haintal habe man vom Forst übernommen, der Spielbereich vor der Eugen-Gaus-Realschule wurde neu geschaffen. Renoviert wurden die Spielplätze am Hahnenschnabel, am Brenzuferweg, in der Engass und am Siebenbürgenweg.

Die Anzahl der Bäume im Stadtgebiet ist um 17 auf jetzt 13?610 gewachsen, obwohl auch einige Bäume gefällt werden mussten, beispielsweise, weil sie von Fäulnis, Belastungsbrüchen oder Pilzfruchtkörper am Stammfuß geschwächt wurden.

Öfter mal was Neues

Was die Gestaltung der Blumenbeete angeht, experimentiert Gunter Bergmann auch immer wieder mit neuen Bepflanzungsformen. Auf 100 Quadratmetern sollen in diesem Sommer Lilien erblühen, beispielsweise an der Auffahrt zur Seewiesenbrücke und der Abzweigung zum Berufsschulzentrum in der Weststadt. Dafür werden vorgetriebene Zwiebeln eingepflanzt. Ein weiteres Experiment ist eine Pflanzung mit Fresien, Schwertilien, Taglilien und Gräsern, die vor der Karl-Rau-Halle zu sehen sein wird. Als nicht praktikabel erwiesen hat sich die Anpflanzung einer Blumenwiese, die als Matten angeliefert wurde. Diese blühte zwar hübsch vor dem Heidenheimer Bahnhof, jedoch habe sich die Vliesmatte nicht aufgelöst und musste mühsam wieder herausgearbeitet werden, so Bergmann. Deshalb gibt es vor dem Bahnhof auch etwas Neues: Dort wurde ein Substrat eingefüllt, das nun mit Stauden bepflanzt wird. Die Auswahl sei eine Abwandlung des „Silbersommers“, der sich auf vielen Mittelstreifen-Beeten in der Stadt schon bewährt hat.

SPD-Stadträtin erinnert an Flächen für Bienenfutterpflanzen

Mit Blumenwiesen etwas gegen das Insektensterben tun: Dies war ein Antrag der SPD-Fraktion im Zuge der Haushaltsberatungen im Dezember. Stadträtin Renate Klement-Schmidberger (SPD) erinnerte an diesen Antrag, als der Leiter der städtischen Betriebe Gunter Bergmann den Grünflächenpflegebericht dem Technischen Ausschuss des Gemeinderats vorstellte.

Einen Fehler der Stadtverwaltung gestand Oberbürgermeister Bernhard Ilg in diesem Zusammenhang ein: „Wir haben vergessen, nach neuen Flächen für solche Ansaaten zu suchen“, sagte er. Bis zur nächsten Sitzung des Ausschusses versprach er, hier Ergebnisse vorzustellen.

Wenig genutzte Flächen werden laut Gunter Bergmann schon seit Jahren weniger gemäht, damit die Pflanzen dort zur Blüte kommen. „Aber auch Blumenwiesen muss man ein- bis zweimal im Jahr mähen“, so der Leiter der städtischen Betriebe.

Mehr als 13.000 Stadtbäume

13.610 Bäume stehen im Heidenheimer Stadtgebiet, 17 mehr als im Jahr zuvor. Wichtig ist bei den großen Pflanzen, die oft entlang von Straßen stehen, dass sie verkehrssicher sind. Werden die Bäume von Pilzen befallen oder beginnen sie zu verfaulen, müssen sie gefällt werden. Dafür werden dann auch wieder neue Bäume gepflanzt. Das natürliche Lebensalter von Bäumen liegt bei den meisten Baumarten weit über 100 Jahre.