Heidenheim / Andreas Uitz Im gemeinsamen Bemühen, die Innenstadt attraktiver zu machen, fanden der Vorstand der Händlervereinigung und die Verwaltung bei einem Runden Tisch erste Lösungsansätze.

Dass es um die Aufenthaltsqualität in der Fußgängerzone nicht zum Besten bestellt ist, wird schon lange diskutiert. Das ist daran erkennbar, dass sich in der Hauptstraße und vor allen Dingen in deren südlichem Bereich relativ wenig Leben abspielt.

Das bemerken aber nicht nur Passanten, die sich hier vor allem nächtens beinahe einsam fühlen könnten, sondern auch die Einzelhändler.

Zu wenig Gelegenheit zum Verweilen

Das Problem, dass die Innenstädte nicht mehr zeitgemäß sind, dass die Besucher und damit auch die Kunden wegbleiben, ist kein Heidenheimer Phänomen. Doch woran liegt das?

Nach Ansicht der Heidenheimer Dienstleistungs- und Handelsvereins HDH liegt es an mangelnder Aufenthaltsqualität in der Fußgängerzone. Nach Ansicht der Stadtverwaltung ist dafür aber auch die mangelnde Bereitschaft der Händler und Hauseigentümer verantwortlich, etwas verändern zu wollen.

Doch das Interesse der Stadtverwaltung und des HDH-Vorstands dient letzten Endes dem gleichen Ziel: Die Innenstadt soll wieder attraktiver zu machen. Um es zu erreichen, fand jetzt der zweite Runde Tisch statt, bei dem beide Seiten aufeinander zugingen und bei dem deutlich wurde, dass es höchste Zeit ist, zu handeln.

Stadt soll grüner und bunter werden

Oberbürgermeister Bernhard Ilg ließ nach dem ersten Treffen Lösungsvorschläge erarbeiten für Probleme, die nach Ansicht der Händler möglichst schnell angegangen werden sollten. Von Seiten des HDH-Vorstands wurden diese Lösungen begrüßt.

Dazu gehört unter anderem, dass die Innenstadt grüner und bunter werden soll. Zu diesem Zweck, darin waren sich beide Seiten einig, werden baldmöglichst die noch aus Zeiten der Landesgartenschau bekannten Pflanzen-Pyramiden reaktiviert und im öffentlichen Straßenbild platziert.

Außerdem wird die Stadt große Pflanztröge besorgen, die die Fußgängerzone bereichern sollen, und die von den Einzelhändlern in einer Art Patenschaft gepflegt werden – so die denn mitmachen. Von dieser Initiative versprechen sich die Verantwortlichen eine optische Aufwertung.

Öffentlicher Designwettbewerb

Ein weiteres Thema, das seit Jahren diskutiert wird, ist die Möblierung und das Fehlen von Spielgeräten in der Innenstadt. Auch dazu wurde von der Verwaltung ein Konzept erarbeitet, das zonenweise Sitzgelegenheiten verschiedener Art vorsieht.

Wie der städtische Wirtschaftsförderer Georg Würffel erklärte, kann man sich bei der Verwaltung vorstellen, Stuhlgruppen zu installieren. Außerdem sollen in einer Art öffentlichem Design-Wettbewerb unterschiedliche Möbel temporär für drei bis fünf Jahre installiert werden. Auch will man nach neuen geeigneten Spielgeräten für Kinder suchen.

All diese kurzfristig umsetzbaren Veränderungen sollen schon in den kommenden Monaten zu deutlichen Verbesserungen in der Fußgängerzone führen.

Mehr oder weniger Licht in der Fuzo?

Waren sich die Parteien bei Begrünung und Möblierung einig, so gab es beim Beleuchtungskonzept zunächst Differenzen. Soll die Straßenbeleuchtung in der Fußgängerzone eher dezent ausfallen, um die Schaufenster besser zur Geltung zu bringen, oder heller, um mehr Sicherheit zu vermitteln? Der Kompromiss: Es werden Tests mit hellerer Beleuchtung gemacht, um danach entscheiden zu können. Fest steht jedoch, dass sich die Verwaltung um eine neue Weihnachtsbeleuchtung kümmern wird.

Dass bei den Einzelhändlern nicht in allem Einigkeit herrscht, wurde nicht nur bezüglich der Beleuchtung deutlich. Denn das große Anliegen der Händler, den Verkehr aus der Fußgängerzone zu verbannen, hat auch seine Schattenseite.

Soll die Fußgängerzone in den verkehrsberuhigten Bereich im Süden ausgedehnt werden? Soll sie mit einfahrbaren Pollern autofrei werden? Dürfen Anwohner der Hinteren Gasse weiter einfahren? Und wenn ja, wann? All diese Themen wurden beim Runden Tisch diskutiert.

Dabei schob OB Ilg den Händlern die Verantwortung zu: „Wir versuchen, das zu machen, was Sie wollen. Aber dann müssen Sie auch dazu stehen und wir werden es gemeinsam verantworten“, nahm der Oberbürgermeister den HDH-Vorstand in die Pflicht. Der beschloss, intern zu beraten und eine Lösung zu finden. Dass es bei derartigen Schritten immer Unzufriedene geben wird, machte Ilg den Händlern deutlich.

Ein weiteres Sanierungsgebiet?

Neben diesen ersten Schritten, die kurz- und mittelfristig für Verbesserungen sorgen sollen, kündigte Ilg an, größere Veränderungen in die Wege leiten zu wollen. Im Zuge der Neugestaltung des Rathausplatzes, der Graben- und der Hauptstraße könne er sich vorstellen, sich um ein weiteres offizielles Sanierungsgebiet Innenstadt zu bewerben. „Das könnte uns vieles erleichtern, wenn es um städtebauliche Neuordnung und Veränderungen im Bestand geht“, so Ilg.

Ein Kommentar von Andreas Uitz zum Runden Tisch, bei dem der Vorstand der Händlervereinigung und die Verwaltung zusammenkamen.