Heidenheim Messe „Make“ soll Tüftler und Startups präsentieren

An der ehemaligen Stowe-Woodward Fabrikhalle hängen die Plakate für die Erfindermesse „Make Ostwürttemberg“.
An der ehemaligen Stowe-Woodward Fabrikhalle hängen die Plakate für die Erfindermesse „Make Ostwürttemberg“. © Foto: Christian Thumm
Heidenheim / Philipp Hruschka 22.08.2018
Die „Make Ostwürttemberg“ soll Ende September Nährboden für Innovation in der Region bieten: Roboter, Drohnen und selbstfahrende Autos.

Wie an vielen Orten ist auch in Heidenheim oft die Rede von der Zukunft. Nicht nur Politik und Wirtschaft nehmen gerne Schlagworte wie „Digitalisierung“, „Internet der Dinge“ oder „Industrie 4.0“ in den Mund. Diese stehen für eine Entwicklung, bei der moderne Technologien ständig neue Anwendungsbereiche erhalten. Auch in der Region wird daran gearbeitet, innovative Start-Ups stärker zu fördern.

Petrischale für Innovation

Deshalb veranstaltet die Stadt Heidenheim gemeinsam mit der IHK Ostwürttemberg jetzt die „Make Ostwürttemberg“. Am 22. und 23. September findet die Messe für Tüftler und Unternehmen zum ersten Mal statt. Sie kann bereits zu ihrer ersten Auflage auf zahlreiche Unterstützer aus der Region zählen. Als Schirmherrin konnte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut gewonnen werden. Die Grundidee der Make: Nährboden und Petrischale für Innovation sein.

Zu diesem Zweck treffen in den früheren Stowe-Woodward-Hallen Ende September auf über 3500 Quadratmeter Fläche knapp 70 große und kleine Unternehmen mit den Bastlern und Tüftlern der Region zusammen. Markus Schmid, Leiter des IHK-Geschäftsfelds Gründung und Förderung, sowie Georg Würffel, Wirtschaftsförderer der Stadt Heidenheim erwarten über 5000 Gäste, die miterleben können, was Innovation „made in Ostwürttemberg“ bedeutet.

Die Unternehmen erhalten Gelegenheit, sich und ihre Produkte zu präsentieren, sowie potenziellen Nachwuchs anzuwerben. Auf der anderen Seite erhalten Erfinder die Gelegenheit, ihre Projekte und Basteleien aus dem heimischen Keller oder der Garage direkt zu den potenziellen Geldgebern zu bringen. In dem bunten Rahmen, den verschiedene Vorträge, Workshops und Wettbewerbe stecken, bleibt außerdem viel Raum zum Austausch untereinander.

Kontext der Veranstaltung ist die sogenannte „Maker“-Szene. In dieser tummeln sich Bastler und Tüftler aller Art. Sie arbeiten alleine, im Team oder im ständigen Austausch miteinander an innovativen Lösungen für verschiedenste Probleme. Ein bisschen Do-It-Yourself, ein bisschen Heimwerker, ein bisschen Science-Fiction: Hier versuchen junge wie alte Technik-Begeisterte ohne industriellen Hintergrund teils sehr komplexe Endprodukte herzustellen.

Generell geht es darum, Dinge selbst zu machen, statt einfach zu kaufen. Mit neuartigen Werkzeugen wie etwa einem 3D-Drucker kann man beispielsweise mit relativ geringem Aufwand Ersatzteile für Geräte oder Maschinen herstellen. Im Zusammenhang mit der Maker-Szene ist deshalb oft von einer „Demokratisierung der Industrie“ die Rede: Die Möglichkeiten gerade kleinerer Akteure, von jungen Start-Ups, über Hochschulteams bis hin zu einzelnen Hobby-Erfindern, wachsen immer schneller - und diese können so auch bei den ganz großen Unternehmen mitspielen.

Das Programm der Make bietet für alle Interessierten etwas: Experten aus verschiedenen Richtungen, Vertreter von Unternehmen und Hochschulen stellen im Verlauf der Messe ihre Felder vor. Es geht unter anderem um Roboter und Drohnen, autonomes Fahren und 3D-Drucker: Alles große Themen, die in den vergangenen Jahren immer wichtiger wurden, und laufend neue Anwendungen in Beruf und Alltag möglich machen.

Noch wichtiger sind aber Workshops und Wettbewerbe der versammelten Aussteller, die zum Mitmachen und Anfassen einladen. Es heißt schließlich „Make“, also „machen“.

Wettbewerb für Hacker

Im Rahmen eines „Smart City Hackathons“ etwa erhalten Besucher die Möglichkeit, dem eigenen Erfinder-Geist freien Lauf zu lassen. Mit Hilfe von Einsteiger-freundlichen Technik- und Software-Bausätzen beschäftigen sich Teams aufstrebender Erfinder mit der Frage, wie die Stadt der Zukunft aussehen könnte. Auch hier geht es darum, neue Anwendungsmöglichkeiten für moderne Technologien zu finden. Neben technischem Know-How kommt natürlich vor allem Kreativität zum Einsatz. Zudem ist echte Leidenschaft gefragt: Wenn Sicherheitsvorgaben und Kaffeemaschine mitmachen, soll die ganze Nacht hindurch „gehackt“ werden. Ergebnis des Wettbewerbs kann dann alles von einem gut durchdachten Konzept bis hin zu einem funktionierenden Prototyp sein.

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