DHBW Sozialwesen: Von einst 25 auf nun 600 Studenten

Prof. Dr. Sven van Meegen leitet heute die Fakultät Sozialwesen an der DHBW in Heidenheim.
Prof. Dr. Sven van Meegen leitet heute die Fakultät Sozialwesen an der DHBW in Heidenheim. © Foto: Archiv/Räpple
Heidenheim / HZ 16.10.2017
Vor 40 Jahren haben 25 Studenten erstmals ein Studium im Sozialwesen in Heidenheim begonnen. Heute studieren über 600 in aussichtsreichen Berufsfeldern.

Seit 40 Jahren gibt es eine Fakultät Sozialwesen an der DHBW Heidenheim. Mit dem Anspruch, künftige Fach-und Führungskräfte im Bereich Sozialwesen akademisch auszubilden, war 1977 der erste Studiengang Soziale Arbeit an der damaligen Berufsakademie Heidenheim gestartet. Gerade 25 Interessierte hatten sich eingeschrieben.

40 Jahre später nehmen in diesen Tagen 210 Studenten neu ihr Studium an der Fakultät Sozialwesen an in Heidenheim auf. Insgesamt zählt die Fakultät 600 Studenten in den Studienrichtungen Case Management im Sozial- und Gesundheitswesen, Kinder- und Jugendhilfe, Soziale Arbeit mit älteren Menschen/Bürgerschaftliches Engagement, Soziale Dienste der Jugend-, Sozial- und Familienhilfe sowie Sozialmanagement. Und dies bei weiter steigender Nachfrage, wie Prof. Dr. Sven van Meegen, der Dekan der Fakultät, vermelden kann.

Frühere Vorbehalte sind weg

Dass die Fakultät Sozialwesen so stark gewachsen ist, bucht van Meegen auf das Konto der Qualität des Studienangebots und der Relevanz der Studieninhalte für die Gesellschaft. „Allgemein hat sich die Sozialarbeit mit ihrem wissenschaftlichen Angebot im Hochschulbereich, aber auch im Fachschulbereich, immens weiterentwickelt.“ Frühere Vorbehalte gegenüber der Sozialpädagogik träfen heute nicht mehr zu. „Die Professionalisierung hat auch in der Praxis sehr viel mehr Fachlichkeit gebracht.“

Vermittelt werden vor allem Inhalte aus der Palette der Sozialwissenschaften. Darunter zählen Erziehungswissenschaft, Sozialpädagogik, Psychologie, Soziologie sowie Politik und Jura. Eine Besonderheit bietet die Studienrichtung Sozialmanagement, die, einmalig in Deutschland, in ihrer doppelten Ausrichtung nur an der DHBW Heidenheim studiert werden kann: Hier wird der Basislehrplan der Sozialwissenschaften mit Inhalten der Betriebswirtschaft kombiniert. Die Absolventen können zusätzlich einen Abschluss als Betriebswirt erlangen.

Für die Praxisphasen des Studiums arbeitet die Hochschule mit 350 Partnern zusammen. Abhängig von der Studienrichtung sind dies etwa öffentliche Verwaltungen, Einrichtungen für Kinder- und Jugendhilfe, für die Arbeit mit älteren Menschen und Behinderten, für Ehrenamt und psychische Krankheit bis hin zu kirchlichen Unternehmen und Institutionen des Gesundheitswesens. Die Studienrichtung Sozialmanagment kooperiert zudem mit privatwirtschaftlichen Unternehmen.

Allen Studenten ist gemeinsam, dass sie basierend auf einem wissenschaftlichen Fundament mit einer sozialpolitischen Sichtweise Probleme analysieren, diese bewerten und daraus kreativ Lösungen ableiten. „Die Berufsperspektiven sind deshalb sehr gut, weil einerseits ein hoher wissenschaftlicher Anspruch vorhanden ist und andererseits die Dualität des Studiums sehr gut den Transfer von Theorie in die Praxis ermöglicht“, erläutert van Meegen. Nicht selten habe einer der bisher rund 2700 Studenten der Fakultät später die Leitung einer Einrichtung, eines Amts oder eines Wirtschaftsunternehmens übernommen.

Auch in der Forschung tätig

Auch in der Forschung sind die neun Professoren der Fakultät Sozialwesen tätig. Dies lässt sich schon an der Fülle der von ihnen herausgegebenen Bücher und wissenschaftlichen Publikationen ableiten. Darin geht es beispielsweise um die Begleitung minderjähriger Flüchtlinge, bürgerschaftliches Engagement, Sozialpolitik und Sozialwirtschaft über rechtliche Fragestellungen, Bürgerbeteiligungsverfahren und Sozialraumanalysen bis hin zu Personal- und Weiterbildungsforschung oder Bildungsökonomie.

„Diese Vielfalt ist bezeichnend für unsere Fakultät“, meint van Meegen. „Genauso wie schon vor 40 Jahren ist es unser Anspruch, wissenschaftlich fundiert auf einem hohen Niveau zu arbeiten – nicht nur in der Lehre, auch in der Forschung. Aus diesem Grunde ist es auch konsequent, dass wir zusätzlich zum Bachelor-Studium seit Jahren auch aufbauende Masterstudiengänge für diesen Bereich anbieten.“

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