Es gab ein Fest der leisen Töne am Freitagabend bei „Sommer im Park“. Manuel Dempfle und Thomas Schmolz lieferten solide Gitarrenarbeit und Jürgen Gutmann bot einen etwas rauen Bariton, der aber gut zu den legendären Oldies aus den Sechzigern bis Achtzigern des vergangenen Jahrhunderts passte.

Wer kennt noch Peter Sarstedt? Der 2017 im Alter von 75 Jahre verstorbene britische Sänger landete im Jahre 1969 seinen einzigen Welthit mit der Geschichte um das Pariser Society-Girl Marie-Claire, das zwar den Aga Khan kannte und allen Tand der Welt besaß, aber abends alleine im Bett verbrachte. Eine Kreuzung zwischen Pop und Chanson, die auch heute noch begeisterte.

Dem sanft-hymnisch gesungenen „Nights in White Satin“ von „Moody Blues“ hätte man ein bisschen mehr Leidenschaft gewünscht, aber das war erlesener „Symphonic Rock“ von 1967, wo man verstohlen am ersten angebotenen Joint zog. Bei John Denvers „Leavin‘ On A Jet Plane“ kam man auch ohne Hanfprodukte ins Schweben, und Reinhard Meys „Über den Wolken“ entführte abermals in luftige Höhen.

Jürgen Gutmanns Stimme gewann an Substanz und Vielseitigkeit, nicht nur bei dem balladesken Stones-Hit „As Tears Go By“. Einfach traumhaft kamen die Werke von Leonard Cohen, offenbar die Spezialität des Trios. „Suzanne“ kam mit einem zeitlosen Charme wie „So long, Marianne“, eine ergreifende Hymne an Cohens Muse Marianne Ihlen.

Der Küchenkräuter-Hit „Are You Going To Scarborough Fair“ durfte natürlich nicht fehlen, aber auch Hannes Waders nachdenkliches „Dass nichts bleibt wie es war“ kam als „Mitsinger“ bei den 100 Besuchern. Was wäre so ein Liederabend ohne „Simon And Garfunkel“? „Sound Of Silence“ klang ja fast wie das Programm des Abends. Das Trio verstand es, die Authentizität der Stücke darzustellen und ließ einen in der Erinnerung schwelgen. Auch bei Bob Dylans „Farewell Angelina“ und dem ins Psychedelische gehenden „It’s All Over Now, Baby Blue“. David Bowies Kunstfigur „Major Tom“ aus „Space Oddity“ schwebte verlassen im Orbit und berührt auch heute noch. John Lennons Friedenshymne „Imagine“, wo er sich eine Welt ohne Religion vorstellt, die ja auch an Kriegen nicht unbeteiligt war, und auch „Let It Be“ , aus dem letzten Studio-Album der Beatles von 1970 entführten einen in die lyrisch geprägten Stücke von Leuten, die eher dem Rock zugeneigt waren, aber auch großartige Musik für die Seele schreiben konnten.