Opernfestspiele Besucherrekord bei den Opernfestspielen in Heidenheim

War heuer ein Publikumsrenner in Heidenheim: „Nabucco“. Alle Vorstellungen der Verdi-Oper waren ausverkauft.
War heuer ein Publikumsrenner in Heidenheim: „Nabucco“. Alle Vorstellungen der Verdi-Oper waren ausverkauft. © Foto: Oliver Vogel
Heidenheim / Manfred F. Kubiak 01.08.2018
Schon wieder ein Rekord: Mit 19 700 Besuchern stellte die Spielzeit 2018 alle anderen in den Schatten. Einen noch größeren Erfolg verhinderte das Gewitter vom 6. Juli.

Und wieder ein Rekord: 19700 Besucher erlebten in der am vergangenen Sonntag zu Ende gegangenen Spielzeit 2018 die diversen Vorstellungen, Konzerte und anderen Veranstaltungen der Heidenheimer Opernfestspiele – so viele wie nie zuvor in der inzwischen 54-jährigen Geschichte des Festivals. Damit wurde der bisherige Besucherrekord von 18400 aus der Saison 2016 deutlich übertroffen. Im vergangenen Jahr waren 17762 Besucher gezählt worden, seinerzeit das diesbezüglich zweitbeste Ergebnis aller Festspielzeiten.

Der Schwarze Freitag

Sogar ein noch einmal deutlich besseres Ergebnis wäre möglich gewesen, wenn nicht der 6. Juli 2018 gewesen wäre, der als Schwarzer Freitag der Opernfestspiele in deren Annalen eingegangen ist, da an jenem Tag wegen eines plötzlich und gänzlich unerwartet über Heidenheim ziehenden Gewitters erstmals in der Geschichte des Festivals, und dies kurz vor Beginn, eine Vorstellung hatte abgesagt werden müssen. 860 Besucher mussten unverrichteter Dinge wieder heimgeschickt werden und finden sich also nicht in der Statistik wieder. Ansonsten würde der neue Besucherrekord sogar bei 20560 Besuchern liegen. Bedenkt man, dass dieser Rekord noch im Jahr 2010 bei 13740 Besuchern lag, so kann man den Jubel bei Heidenheims Festspielern nachvollziehen.

„Ja, wir jubeln, das ist schon richtig“, gibt denn auch Kulturamtsleiter Matthias Jochner unumwunden zu. „Das ist ein Superergebnis. Und Rekorde und Superlative sind ebenfalls wichtig. Aber sie sind auch nicht alles.“ Stolz ist Jochner nämlich nicht nur auf die in den vergangenen Jahren immens gesteigerten Besucherzahlen. Stolz ist er auch darauf, „dass wir das mit einer bewusst gewählten Spannung zwischen der scheinbar sicheren Repertoirenummer auf der einen und Entdeckungen auf der anderen Seite schaffen und uns als Festspiele über die Inhalte definieren.“

Nicht nur das ist Jochner wichtig, was die Oper anbelangt. „Obwohl es hier schon länger vom Publikum mitgetragen wird, dass wir auf der einen Seite unsere DNA, Oper unter Sternen zu machen, nicht verleugnen und pflegen, andererseits aber mit unserer Verdi-Reihe noch einmal deutlich andere Schwerpunkte setzen, indem wir zu Unrecht Vernachlässigtes wieder ans Licht holen.“

So weit, so bekannt. Neu war nun, dass dieser bewusst beschrittene Weg auch in Sachen Konzerte geöffnet wurde. Jochner: „Wenn ich mir anschaue, dass wir Beethovens ,Ruinen von Athen‘ aufführen und dann sehe, wie die Resonanz darauf ist, können wir sehr zufrieden sein und das auch als Ansporn nehmen, unseren Weg beizubehalten. Denn wer nur Mainstream anbietet, wird inzwischen nicht mehr ernst genommen.“

100 Prozent „Nabucco“

Was die Gesamtauslastung anbelangt, so lag die der abgelaufenen Spielzeit bei 90 Prozent, in Sachen „Nabucco“ sogar bei 100 Prozent, denn alle neun Vorstellungen waren ausverkauft. Auch die zehnte, ins Wasser gefallene wäre ausverkauft gewesenen. Die 860 nach Hause geschickten Besucher erhielten den vollen Kartenkaufpreis zurückerstattet.

Die Junge Oper war mit 2200 Besuchern zu 88 Prozent ausgebucht, die sinfonischen Konzerte mit 3891 Besuchern zu 87 Prozent. 73 Prozent waren es bei den beiden Vorstellungen der frühen Verdi-Oper „I Lombardi“.

Ein Ausblick auf die Opernfestspielsaison 2019

Nach der Saison ist vor der Saison: Und so hat der Vorverkauf für die kommenden Spielzeit 2019 der Heidenheimer Opernfestspiele in Teilen bereits begonnen.

Die Hauptproduktion wird bekanntlich Piotr Tschaikowskys Oper „Pique Dame“ sein, die achtmal auf dem Programm stehen und am Freitag, 5. Juli, Premiere haben wird.

Als früher Verdi wird dessen fünfte Oper „Ernani“ auf dem Spielplan stehen, und zwar am Donnerstag, 18., und Samstag, 20. Juli.

Sinfonische Konzerte sind bereits drei terminiert: das Eröffnungskonzert mit der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, dem Pianisten Federico Colli und Werken von Tschaikowsky und Rimski-Korsakow am Samstag, 22. Juni, das Galakonzert mit der Cappella Aquileia und Werken von Beethoven am Sonntag, 21. Juli, und die doppelte „Last Night“ am Freitag, 26., und Sonntag, 28. Juli.

Eintrittskarten sind bereits für die Vorstellungen von „Pique Dame“, das Eröffnungskonzert und das Galakonzert im Ticketshop des Heidenheimer Pressehauses und bei allen HZ-Geschäftsstellen im Landkreis erhältlich.

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