Heidenheim Sopranistin Ira Bertman: „Ich fand Oper immer schrecklich“

Abigaille aus Lettland: Ira Bertman.
Abigaille aus Lettland: Ira Bertman. © Foto: Tina Lischka
Heidenheim / Manfred F. Kubiak 13.07.2018
Die Sopranistin Ira Bertman singt die Abigaille in Giuseppe Verdis „Nabucco“.

Geboren wurde sie in Lettland. Zur Oper aber kam sie in Israel: Ira Bertman. Obwohl das gar nicht zu erwarten gewesen war. Am allerwenigsten für sie selber. „Ich fand Oper immer schrecklich“, sagt die Sopranistin. „Dicke Frauen und Männer stehen auf der Bühne und singen unverständliches Zeug.“

So dachte sie noch als Kind in Riga. „Und meine Schwester hörte andauernd die vielen Opernplatten der Eltern, schlimm.“ Heute lacht Ira Bertmann darüber. Denn inzwischen ist sie nicht nur „in die Oper verliebt“, sondern auch ganz eindeutig der Meinung, dass diese, „wenn alles stimmt, eine Kunst ist, mit der sich keine andere messen kann“.

Und das kam so: Ira Bertmans Familie emigrierte nach Israel. Eines Tages höret die Frau, bei der sie Hebräisch lernte, sie singen und empfahl ihr, aus ihrer Stimme unbedingt etwas zu machen. Und tatsächlich fand sich Ira Bertmann nur wenig später an der Musikhochschule und am Ende auf der Opernbühne wieder. „Es hat mein Leben verändert. Das war wie bei Aschenputtel, obwohl ich auch während des Studiums nicht geglaubt hatte, es schaffen zu können.“

Was auch nicht leicht war. „In Israel gibt es nur ein Opernhaus, und dort stehen vor allem Gastspiele auf dem Programm.“ Doch die Chance kam, als im Jahr 2001 eine deutsche Sopranistin wegen der politischen Großwetterlage kurzfristig absagte und Ira Bertman die plötzlich die Möglichkeit hatte, als Konstanze in Mozarts „Entführung aus dem Serail“ einzuspringen. „Jetzt oder nie“ habe der Dirigent damals gesagt.

Und seither ist Ira Bertman als Opernsängerin unterwegs. Überall auf der Welt. Und zur Zeit in Heidenheim.

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