Teilhabe Sinn für die Inklusion schärfen

Heidenheim / HZ 06.03.2017
Die lokalen Befürworter von mehr Inklusion tauschten sich jetzt mit zwei Grünen-Politikern aus.

Wie kann die schulische Inklusion im Landkreis Heidenheim umgesetzt werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Treffens der Arbeitsgemeinschaft Inklusion „Gemeinsam leben – gemeinsam lernen“ mit dem grünen Landtagsabgeordneten Martin Grath und Lisa Kömm-Häfner, Stadträtin der Grünen im Heidenheimer Gemeinderat.

Dr. Alexandra Palzer, Vorsitzende des Vereins, und Birgit Blankenhorn, Leiterin der Aufklärungs- und Beratungsstelle zur Förderung der Inklusion im Landkreis Heidenheim bezeichneten die Situation für Eltern, die ihre Kinder mit Unterstützungsbedarf in der allgemeinen Schule unterrichten lassen wollen, noch immer als sehr mühsam. Es sei ein steiniger, langwieriger und bürokratischer Weg bis zur inklusiven Beschulung.

Langer Weg bis zur inklusiven Beschulung

Und auch danach blieben Rückschläge nicht aus. Blankenhorn: „Familien verstehen oft die Welt nicht mehr. Einerseits gibt es ein Recht auf Inklusion, andererseits gestaltet sich die Umsetzung sehr schwierig. Und dies, obwohl im Zuge der Schulgesetzänderung mit dem Schuljahr 2015/2016 die früher gegebene Pflicht zum Besuch von Sonderschulen entfällt und die Eltern das Recht auf eine inklusive Beschulung haben.“

Palzer und Blankenhorn zeigten durchaus Verständnis für die Pädagogen und die Situation in den Schulen. „Dies darf aber nicht ausgerechnet auf dem Rücken der Kinder mit Unterstützungsbedarf ausgetragen werden“, so Blankenhorn. „Ohne eine ausreichende Lehrerversorgung ist inklusiver Unterricht nicht zu machen. Dies gilt auch für die Gemeinschaftsschulen.“

„Der Mangel an Sonderpädagogen ist bekannt. Das Land hat derzeit 160 Stellen für Sonderpädagogen ausgeschrieben. Die Fraktion der Grünen begrüßt die Ankündigung des Kultusministeriums, alle Stellen im pädagogischen Bereich zu besetzen“, so Grath.

Plädoyer für eine bessere Assistenz

Die Zuständigkeiten bei der Beantragung von Schulbegleitern sind je nach Diagnose bei unterschiedlichen Behörden, wobei die eindeutige Zuordnung immer wieder ein Problem ist, erläutert Blankenhorn ergänzend. Sie plädiert zudem für Verbesserungen beim Thema Assistenz: Es sollten Qualitätsstandards bezüglich der Aus- und Weiterbildung eingeführt werden sowie eine geregelte und angemessene Bezahlung erfolgen.

Grath versicherte, dass die Gespräche seinen Sinn für Inklusion stärkten und, dass einerseits die Inklusion ganz allgemein und andererseits die Inklusion in der Schule weiterhin ein Thema blieben, Verbesserungen angestrebt und umgesetzt werden müssten.

Vor Ort sei eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten sicherlich hilfreich. Grath regte an, einen runden Tisch mit allen Akteuren zu etablieren.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel