Heidenheim / hz Ein Appell einer Hundebesitzerin für ein besseres Miteinander und eine Bitte an andere Verkehrsteilnehmer als Leserbrief.

Der Frühling steht in den Startlöchern und mit ihm kommt die Lust, im Freien die Sonne zu genießen. Wald- und Feldwege rund um Heidenheim werden von Spaziergängern, Hundebesitzern und Fahrradfahrern bevölkert. Manchmal ist so ein Spaziergang mit meinem Hund ganz schön aufregend, wenn ein sportlicher Mensch auf seinem Rad an uns vorbeifährt.

Ich denke, ob ihm wohl bewusst ist, dass durch einen Fahrradfahrer oder einen Jogger bei dem Vierbeiner, je nach Rasse, Erziehungsstand und Tagesform entsprechend leicht der Jagdinstinkt aktiviert werden kann?

Ein Hund hat den Bewusstseinsstand eines etwa vierjährigen Kindes. Würden Sie an diesem auch mit so wenig Abstand und so hohem Tempo vorbeisausen? Das fühlt sich so an, als ob ein unbesonnener Autofahrer Sie sehr knapp überholt.

Natürlich gehört ein Hund, der nicht abrufbar ist, an die Leine. Ich wähle bewusst sehr abgelegene Wege, auf denen meine Fellnase an der Schleppleine einen begrenzten Freiraum für gelegentliche Spiele, Spurts und Schnüffelabenteuer hat.

Ein Freund hat die Zeit gestoppt, die ich brauche, um meine Hündin nahe zu mir zu holen. Das Ergebnis: 5 bis 7 Sekunden. Der mathematisch begabte Leser kann nun ausrechnen, welche Strecke er in dieser Zeit bei welcher Geschwindigkeit zurücklegt.

Manche Radsportler haben keine Klingel, um ihr Gesamtgewicht zu reduzieren. Stimme geht aber immer. Ich würde mich über ein rechtzeitiges, freundliches „Hallo“ oder „Juhu“ freuen, könnte aber auch ein warnendes „Vorsicht“ oder „Achtung“ akzeptieren. Selbst ein genervtes „Weg da“ ist besser als eine geräuschlose Annäherung von hinten.

Nochmals eine Rechenaufgabe: Wie viele Hunde begegnen Ihnen auf abgelegenen Wegen? Selbst wenn Sie jedem Vierbeiner großzügig 10 bis 20 Sekunden von Ihrer kostbaren Zeit schenken – ist Ihnen das Ihre Sicherheit wert?

Ich wünsche uns einen belebenden Frühling mit harmonischen Begegnungen in der Natur.

Gudrun Girndt, Heldenfingen