Servicegesellschaft: So will das Klinikum sparen

Die Reinigung des Klinikums soll künftig die neue Servicegesellschaft übernehmen. Dafür fallen jährlich 63.000 Euro an Beratungs- und Managementkosten an, weil man das Know-how noch nicht hat.
Die Reinigung des Klinikums soll künftig die neue Servicegesellschaft übernehmen. Dafür fallen jährlich 63.000 Euro an Beratungs- und Managementkosten an, weil man das Know-how noch nicht hat. © Foto: Firma Kieffer
Heidenheim / Silja Kummer 25.09.2018
Im Vorfeld der Entscheidung des Kreistags am Mittwoch werden die Gründe für die geplante Auslagerung von Jobs am Klinikum noch einmal dargelegt.

In einer Sitzungsvorlage für den Kreistag, der am Mittwoch über die Gründung einer Servicegesellschaft für das Klinikum beschließen soll, werden die Pläne noch einmal detailliert vorgestellt. Ab dem 1. Januar 2019 sollen „patientenferne Versorgungsdienstleistungen“ das Klinikum weniger Geld kosten: Durch die Branchentarifverträge, mit denen die Mitarbeiter in der Serviegesellschaft bezahlt werden sollen, gebe es Einsparpotenziale, heißt es in der Vorlage. Gleichzeitig sollen qualitative Ansprüche besser durchgesetzt werden können, sprich: mehr Qualität für weniger Geld.

Mehr Rente, weniger Netto

Die Bestandsmitarbeiter sollen wie bisher angestellt und bezahlt werden, aber mittels Gestellung an die Servicegesellschaft übertragen werden. Zu ihren Verträgen gehört auch eine zusätzliche Rentenversicherung über die Zusatzversorgungskasse (ZVK). Diese gibt es für Mitarbeiter, die neu angestellt werden, nicht mehr. Die ZVK-Pflicht bedeute für den Arbeitgeber eine Verteuerung der Leistung um 7,5 bis zehn Prozent, so die Klinikleitung. Für die Arbeitnehmer führe die zusätzliche Einzahlung in eine Altersversorgung „zu einer Reduktion des Netto-Einkommens.“

Zwar verursache die eigenständige Servicegesellschaft auch zusätzliche Kosten für die Betriebsführung, jedoch könne die Mutter gesellschaft (Klinikum) diese Kosten der Servicegesellschaft in Rechnung stellen, soweit sie nicht von der Gesellschaft selbst übernommen werden. Die zusätzlichen laufenden Kosten werden auf 108 000 Euro pro Jahr beziffert. 63 000 Euro davon fallen an für Beratungs- und Managementleistungen, die notwendig seien, um im Bereich Reinigung „das erforderliche Management- und Prozess- Know-How sicherzustellen. Die Reinigung ist bisher an die Firma Kieffer fremdvergeben. Kosten eingespart werden sollen in Bezug auf die Reinigung auch dadurch, dass für die Dienstleistung keine Umsatzsteuer mehr bezahlt werden muss. Allein dadurch könne ein Kostenvorteil von mindestens 200 000 Euro pro Jahr entstehen.

Geschäftsführer der Servicegesellschaft, die „Servizio“ oder „Pro Hominus“ heißen soll, wird Klinik-Geschäftsführer Udo Lavendel.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel