Heidenheim / Marc Hosinner  Uhr
Der Heidenheimer Dr. Ralph Seitz und der gebürtige Steinheimer Tobias Barthel beraten Firmen in Sachen Innovationen und sorgen dafür, dass diese nicht zum Albtraum werden.

Wenn Ralph Seitz Vorträge hält, bringt er nicht selten eines seiner Surfbretter mit. Aber nicht, um Studenten oder Mitarbeiter von Unternehmen seine Leidenschaft fürs Wellenreiten näherzubringen. Vielmehr geht es dem Heidenheimer darum, mit Hilfe des Bretts zu verdeutlichen, wie es sich als Unternehmen mit der passenden Strategie auf der Welle der Innovationen surfen lässt. Wie man Zukunft gestaltet, ganz vorne mit dabei ist, an neue Ufer gelangt.

Der 48-Jährige firmiert unter dem Namen Dr. Ralph Seitz Consulting, Sitz des Unternehmens ist Heidenheim. Vor der Laufbahn als kreativer Berater, der im Bereich Innovationen Zukunftsstrategien entwickelt, verfolgte Seitz eine eher konservative Agenda: Abitur am Max-Planck-Gymnasium in Heidenheim, Bauingenieurstudium in Stuttgart, Stationen als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Leipzig und Karlsruhe, 2004 die Promotion.

„Über Neugierde und mit ein wenig Zufall stieß ich als Quereinsteiger zum Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung“, so Seitz, der dort bis 2013 fünf Jahre lang am Competence Center Foresight als stellvertretender Leiter unter anderem für die strategische Entwicklung verantwortlich war. Er leitete die Geschäftsfelder „Strategien für Material- und Werkstofftechnologien“ sowie „Management von Innovationen und Technologien“ und war für zahlreiche Unternehmen als auch für deutsche Bundesministerien im Einsatz, um in Fragen von sozialen sowie technologischen Trends zu beraten.

2013 machte sich Seitz selbstständig und arbeitet seither unter anderem mit einem Partner zusammen, der seine Wurzeln auch in der Region hat. Der gebürtige Steinheimer Tobias Bartel legte 1993 am Hellenstein-Gymnasium sein Abitur ab. Nach seiner Tätigkeit als Presseoffizier im Bundesministerium der Verteidigung studierte Bartel Allgemeine Rhetorik, Kulturwissenschaften und Linguistik an der Universität in Tübingen und war Mitgründer und langjähriger Geschäftsführer eines Medien-Startups, das heute in fünf Ländern präsent ist. Überdies lehrt Bartel an verschiedenen Hochschulen im Bereich Innovation.

Bartel gibt bei Events informative Impulse und Inputs, die kreative und unterhaltsame Präsentation sind sein Markenzeichen. Als gefragter Referent gleicht sein Kalender oft dem Tourneeplan einer Band.
Schließlich haben die beiden eine beeindruckende Bandbreite erfolgreicher Innovationsprojekte auf ihrer Agenda, welche kleinen Mittelständlern zum Durchbruch oder Vorsprung verhalfen oder DAX-Konzernen viel Geld sparten.

„Das Themenfeld Innovation kann sehr weit und unübersichtlich sein. Allzu schnell investiert man viel Zeit, ohne sichtbaren Erfolg und das, was als Neuausrichtung hoffnungsvoll begann, endet schnell im Alptraum Innovation“, sagt Seitz. Dem könne mit einem effektiven und effizienten Vorgehen begegnet werden. Seitz und Bartel sind bestrebt, Unternehmen individuelles und praxisnahes Management von Innovationen und Technologie zu bieten.

Workshops gestalten die beiden meist gemeinsam: nach einem Methodentraining unter dem Credo „fit for future“ geht es dann in die Thematik. Bartel: „Wir arbeiten erfolgsorientiert. Unser Ziel ist immer ein neues oder besseres Produkt, Prozess, Geschäftsfeld. Wir streben nach der Trophäe, der Top-Referenz, das ist die Basis um den nächsten Auftrag zu bekommen“.

Dieses Engagement kommt auch den Studierenden der DHBW Heidenheim zugute: die Vorlesungen der beiden Lehrbeauftragten sind praxisnah.

Sowohl Seitz als auch Bartel arbeiten auch im Netzwerk der Avance Group, einer international tätigen Consultingfirma mit Fokus auf Digitalisierung und Start-Up, und Hauptsitz in Berlin. „Wir sind zusammen gut gewachsen und freuen uns, Firmen zu helfen, auf die richtigen Trends zu setzen“, sagt Ralph Seitz.

Die Wave-Methode

Mit der Wave-Methode zeigen Seitz und Barthel auf, wie strategisches Innovations- und Technologiemanagement umgesetzt werden kann. Unterschieden werden die aufeinander aufbauenden Bereiche Watch (beobachten), Analyse (analysieren), Verify (überprüfen) und Evolve (entwickeln).

Bei Watch geht es darum, wie das Unternehmen in eine gute Ausgangsposition kommt und wo kann es sich absetzen kann. Für Unternehmen geht es darum, herauszufinden, welche Methoden zum Unternehmen passen und wo der Informationsbedarf liegt.

In der Analyse soll herausgefunden werden, was zu tun ist: Das Unternehmen soll sich in die richtige Position bringen, um vor den Konkurrenten erfolgreich am Markt zu sein.

Das Segment Verify dient dazu, herauszufinden, wie gut man seine Arbeit gemacht hat und ob die Strategie aufgeht. Beim Unternehmen wird sich zeigen, ob es sich in die richtige Position gebracht hat und ob sich die bisherigen Ergebnisse umsetzen lassen.

In der Entwicklungsphase (Evolve) arbeitet das Unternehmen an der Umsetzung. Geht die Strategie auf, wird sich Erfolg einstellen, der wiederum motivierend ist – das Unternehmen surft auf der Welle und hat dabei die nächste schon im Blick.