Mergelstetten Mergelstetter Schwäne ziehen an einen sicheren Ort

Macht's gut: die Mergelstetter Schwäne leben jetzt in Ulm.
Macht's gut: die Mergelstetter Schwäne leben jetzt in Ulm. © Foto: privat
Mergelstetten / pm 01.08.2018
Naturschützer kümmern sich um Tiere, die wegen des Brenzwehrs und der starken Strömung in Gefahr lebten.

Seit Jahren sind die meisten Schwanenreviere auf der Brenz besetzt, Revierstreitigkeiten zwischen den Schwanenmännern sind in diesem Zusammenhang ganz natürlich. So auch in Mergelstetten in der Nähe des Wehrs, wo längere Zeit zwei Schwanenfamilien heimisch waren.

Eine Familie, die oberhalb des Wehrs lebte, ist nun von ehrenamtlichen Tierschützern umgesiedelt worden. Grund dafür waren aber nicht die in der Natur der Tiere liegenden Rivalitäten der männlichen Schwäne, sondern die Gefahren, denen der Schwanennachwuchs Jahr für Jahr am Wehr ausgesetzt war.

Küken in Gefahr durch starke Strömung

Geschützt durch einen Bauzaun konnten die Schwanenküken zwar gut behütet schlüpfen, doch im Wasser waren sie dann der starken Strömung ausgesetzt. Die Jungtiere konnten somit leicht mitgerissen und über das Wehr gespült werden, in der Wasserwalze ertrinken oder weiter flussabwärts treiben, wo sie ohne ihre Eltern hilflos waren.

Ehrenamtliche Tierschützer kämpften, unterstützt durch die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Heidenheim, jedes Jahr um das Überleben der kleinen Schwäne, immer wieder wurden neue Schutzmaßnahmen ausprobiert.

Hochwasser zerstörte den Schwandenschutz

Zuletzt sollte ein zu Wasser gelassenes Rohr verhindern, dass die kleinen Schwäne in den Sog des Wehrs gelangen. Ein zusätzlicher Sichtschutz wurde angebracht, um die Revierstreitigkeiten, bei denen oftmals auch Jungtiere zu Schaden kamen, einzudämmen. Die ehrenamtlichen Tierschützer waren bis zu viermal täglich zur Überwachung vor Ort, wobei sie von den Mitarbeitern der Brenzblickresidenz tatkräftig unterstützt wurden.

Probleme entstanden durch Hochwasser – zweimal wurde der Schwanenschutz so komplett zerstört. Erschwerend kam zuletzt hinzu, dass das Mähen des Wasserkrauts der Brenz kurz bevorstand und der Schwanenschutz aus dem Wasser entfernt werden musste – die Tiere wären dadurch über Tage schutzlos gewesen.

Tierschützer brachten Schwäne in neues Revier nach Ulm

Aus diesem Grund fingen Tierschützer gemeinsam mit dem Schwanenexperten Michael Hoffmann vom Verein Natur die Schwaneneltern und ihre Küken ein. Auch eine Gans, die sich seit Jahren der Schwanenfamilie angeschlossen hatte, wurde gefangen und gemeinsam mit den Schwänen in die Nabu-Wildvogelpflegestation in Westhausen gebracht. Dort wurden alle Tiere untersucht und versorgt. Die Altschwäne wurden zusätzlich beringt, um ihren weiteren Lebensweg verfolgen zu können. Anschließend wurden alle in einem neuen, bisher noch nicht besetzten Revier in der Nähe von Ulm wieder ausgewildert.

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