Heidenheim / hz Leserbrief zum Kommentar zur Rodung auf dem Rinderberg.

Richtig: Rein rechtlich ist die Waldrodung auf dem Rinderberg bei Nattheim nicht zu beanstanden. Die erforderliche Waldumwandlungsgenehmigung samt Umweltverträglichkeitsprüfung lag vor. Der alte Bebauungsplan aus den 1990er-Jahren muss nun erst aktualisiert und auf die Erfordernisse der neuen Planung angepasst werden. Dabei wäre die totale Rodung der gesamten im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Fläche höchstwahrscheinlich nicht unbedingt nötig gewesen. So wäre zum Beispiel der Erhalt des stabilen, ca. 60-jährigen Laubholzstreifens entlang der Kreisstraße als Sicht- und Immissionsschutz zumindest teilweise sicher möglich gewesen. Neue Baumpflanzungen, wie sie eventuell im Rahmen einer Grünordnungsplanung vorgesehen werden, bringen leider erst in 30 bis 40 Jahren den gleichen Schutz. Übrigens: Die vorgesehenen Ersatzaufforstungen in verschiedenen Albgemeinden sind zwar formal von der Körperschaftsforstdirektion Stuttgart vorgeschrieben worden. Sie bringen zur Eingriffsminderung vor Ort aber gar nichts. Herr Uitz meint, dass der erst jetzt aufkommende Widerstand verspätet sei. Trotzdem bleibt zu hoffen, dass beim neuen Bebauungsplan wenigstens parallel ein Grünordnungsplan erstellt und umgesetzt wird, der diesen Namen auch verdient. Es ist sicher nicht zu viel verlangt, wenn man erwartet, dass es den Verantwortlichen bei der Stadt Heidenheim auch ohne ausdrücklichen Widerstand aus der Bevölkerung ein Anliegen sein sollte, diesen Eingriff in Natur und Landschaft bestmöglich zu mindern oder auszugleichen. An den möglichen Fall, dass der offensichtlich interessierte Investor noch abspringen könnte, mag man lieber gar nicht erst denken. An die versprochenen 1000Arbeitsplätze glaubt bei einem Logistikunternehmen ohnehin niemand im Ernst.

Hans Schmid, Nattheim