Heidenheim Schulverpflegung: Neue Speisekarte nach den Ferien

Die Essensversorgung für die Heidenheimer Schulen (unser Bild entstand im Werkgymnasium) und Kindergärten wurde neu vergeben. Das Thema wird am Donnerstag ab 16 Uhr auch im Gemeinderat vorgestellt.
Die Essensversorgung für die Heidenheimer Schulen (unser Bild entstand im Werkgymnasium) und Kindergärten wurde neu vergeben. Das Thema wird am Donnerstag ab 16 Uhr auch im Gemeinderat vorgestellt. © Foto: Christian Thumm
Heidenheim / Silja Kummer 26.06.2018
Die Heidenheimer Schulen und Kindertagesstätten werden bald nicht mehr von Voith beliefert. Der Gemeinderat hat das Essen für die Mensen an zwei neue Betreiber vergeben.

Die Ganztagesbetreuung ist im Kommen, sowohl bei kleinen Kindern also auch in der Schule. Damit einher geht der steigende Bedarf an Verpflegung: Jährlich werden in den Heidenheimer Schulen und Kindertagesstätten mehr als 158?000 Essen an Kinder und Jugendliche ausgegeben. Bislang hat einen Großteil davon die frühere Voith Gastro gekocht. Da diese GmbH in die Voith Dienstleistungen übergegangen ist und sich die Firma aus der Schulverpflegung zurückziehen wollte, haben Stadt und Voith bereits vor einem Jahr einen Auflösungsvertrag unterzeichnet.

Die Schulverpflegung wurde neu ausgeschrieben und nun für vier Jahre an zwei Firmen vergeben: Die Apetito Catering GmbH aus Rheine (bei Münster) übernimmt die Mensa im Werkgymnasium, die anderen städtischen Schulen und Kindertagesstätten werden bis auf wenige Ausnahmen von der Gastromenü GmbH aus Ulm versorgt.

Schulessen wird teurer

Zeitgleich mit der Übernahme durch die neuen Betreiber werden auch die Preise für das Essen steigen: Im Kindergarten- und Grundschulbereich kostet ein Essen künftig 3,40 Euro statt bisher 3,20, im Sekundarbereich 3,80 Euro statt bisher 3,60. Damit bezahlen die Eltern aber nicht die vollständigen Kosten für die Verpflegung: Die Stadt steuert pro Essen in Kindertageseinrichtungen 1,05 Euro bei, im Sekundarbereich sogar 1,46 Euro. Dies sei vielen Eltern nicht bewusst: „Wir verdienen mit dem Schulessen kein Geld“, betont Matthias Heisler, Fachbereichsleiter Familie, Bildung und Sport bei der Stadtverwaltung Heidenheim. Bisher, so Heisler, hätte die Voith Gastro den wachsenden Bedarf an Essen in den Kindertagesstätten und Schulen nach und nach übernommen, nun musste auf einen Schlag alles neu vergeben werden. Aufgrund des Volumens, das jährlich zwischen 800?000 und einer Million Euro liege, musste europaweit ausgeschrieben werden. „Das war so komplex, dass wir es an ein Anwaltsbüro vergeben haben“, sagt der städtische Mitarbeiter.

Drei Lose, zwei Bewerber

Ausgeschrieben wurde in drei Losen, eines davon umfasst alleine die Küche für die gebundene Ganztagesschule Werkgymnasium, wo täglich bis zu 350 Essen über den Tresen der Mensa gehen. Auf die Ausschreibung hin meldeten sich zwei Bieter für zwei Lose, die dann auch den Zuschlag erhielten. Für das nicht vergebene Los gab es keinen Bewerber. Der Gemeinderat ermächtigte die Stadtverwaltung daraufhin in nichtöffentlicher Sitzung, den Auftrag frei zu vergeben.

Auf Anfrage der Stadt hin übernahm die Apetito Catering GmbH ein zweites Los. „Wir haben dem Unternehmen Unterstützung bei der Personalfindung versprochen“, sagt Heisler. Man sei daran interessiert, dass das bisher in den Schulen tätige Personal beispielsweise an der Essenausgabe auch weiter beschäftigt werde.

Ausgenommen von der Neuregelung sind das MPG, das von der Küche der Waldorfschule versorgt wird und einige Kindertagesstätten, die Essen von der Metzgerei Honold bekommen.

Schulverpflegung: Das sind die neuen Betreiber

Die Küche im Werkgymnasium wird von der Gastromenü GmbH aus Ulm übernommen. Das Unternehmen bietet Betriebscatering, Eventcatering, Schulverpflegung, Veranstaltungen und Menübringdienste an. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit liegt bei der Verpflegung von Firmen.

Die Cateringfirma hatte im Jahr 2016 eine Bilanzsumme von 12,6 Millionen Euro und erzielte einen Jahresüberschuss von 1,2 Millionen Euro nach Steuern. Die Gastromenü GmbH beschäftigte 269 Mitarbeiter. Die Firma wurde 1968 von einem Ulmer Metzgermeister gegründet, seit 1989 leitet dessen Schwiegersohn Thomas Eifert das Unternehmen.

Die Apetito GmbH mit Sitz in Rheine, die fast alle anderen Schulen und Kindertagesstätten versorgen wird, gehört zu den zehn größten Cateringfirmen in Deutschland. Sie hatte 2016 einen Umsatz von 169,6 Millionen Euro und erwirtschaftete einen Jahresüberschuss von 6,3 Millionen Euro. Mehr als 4700 Mitarbeiter sind bei der Firma beschäftigt.

Beliefert werden von Apetito Betriebe, Kliniken, Senioreneinrichtungen, Schulen und Kitas. Darunter findet sich beispielsweise auch das Betriebsrestaurant des Hamburger Hafens.

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