Bildung Schulverbund West: So läuft es bisher

Die Mensa ist einer der Treffpunkte der Realschüler und Werkrealschüler im neuen Schulverbund.
Die Mensa ist einer der Treffpunkte der Realschüler und Werkrealschüler im neuen Schulverbund. © Foto: Foto: Rudi Weber
Heidenheim / Karin Fuchs 30.09.2014
So viel Lärm im Vorfeld des neuen Schulverbunds West gemacht wurde, umso leiser und unspektakulärer verlief der Start. Über 1000 Schüler zählen nun zu diesem Verbund, der aus der Westschule und das Adalbert-Stifter-Realschule entstanden ist.

Vom Blick von außen fällt keine Veränderung ins Auge. Schulintern hat sich jedoch schon einiges verändert. Wegen Platznot an der Westschule sind nun die Zehntklässler der Werkrealschule in die Klassenräume der benachbarten Realschule umgezogen, wo Räume leer standen. Früher wäre das einem bürokratischem Akt gleich gekommen, heute kann der kommissarische Schulleiter Jörg Glückschalt dies unkompliziert planen und entscheiden. Trotz Realschulumgebung ist der Lehrplan jedoch der der Werkrealschule geblieben, ebenso wie die Lehrer. „Wir vermischen nichts“, versichert Glückschalt. „Wer tauschen weder Bücher aus, noch Schüler oder Lehrer“.

Gleichzeitig nutzen 30 Realschüler das Ganztagsangebot, bisher ausschließlich eine Spezialität der Westschule. Damit hat die frühere ASR als erste staatliche Realschule in Heidenheim auch ein Ganztagsangebot, das auf freiwilliger Basis genutzt werden kann. Mit genutzt wird dabei auch die neu gebaute Mensa der Westschule.

„Damit ist jetzt bewiesen: Wir sollten öfter auf das Gros der Schweigenden hören“, sagte Oberbürgermeister Bernhard Ilg, als er sich gestern am zwölften Schultag ein Bild vor Ort an der Schule machte. Die spannende Frage sei, wie sich die neu gegründete Verbundschule etabliert habe. Jörg Glückschalts Antwort fällt unspektakulär aus: „Es läuft, man würde es nicht bemerken.“

Spannend wird es indes in den nächsten Jahren werden, wenn man die Schülerentwicklung weiter verfolgt. Der Verbund sollte angesichts sinkender Schülerhzahlen die Standort als solchen sowie Heidenheim als Schulstadt stärken. Die Werkrealschule hat entgegen dem Landestrend an der Westschule zugelegt Aus 13 Klassen mit 291 Schülern sind 18 Klassen mit 358 Schülern geworden. Der Grund für den Zuwachs sehen Ilg und Glückschalt im Profil der Schule. Außerdem hätten viele Eltern der Grundschulempfehlung gefolgt, weiß der Rektor. Sorgenkind ist hingegen die Realschule, wo aus 20 Klassen mit 498 Schülern im Jahr 2012 aktuell 16 Klassen mit 385 Schülern geworden ist. Dabei ist die Zahl der Realschüler insgesamt nicht gesunken, sondern es habe eine Bewegung in die Innenstadt zur Eugen-Gaus-Realschule gegeben, so Ilg. Der OB blickt aber mit Vertrauen in die Zukunft. „Es wird sich wieder normalisieren.“

Abgesehen von der gemeinsamen Leitung und der Ganztagsbetreuung sind es viele Kleinigkeiten, die den Schulverbund ausmachen. Die Schulband zum Beispiel ist seit diesem Schuljahr eine starke Truppe geworden. 14 Jungs und Mädels musizieren gemeinsam. Vor einem Jahr waren es noch zwei kleine Combos, die nichts voneinander wussten und an ihren Schulen getrennt voneinander Musik machten. Außerdem gibt es an der Realschule am nächsten Donnerstag ein Paket aus dem Schulfruchprogramm, an dem die Westschule nun schon im zweiten Jahr teilnimmt. 105 Kilogramm frisches Obst werden auf die Klassen verteilt.

Und wenn auch der Unterricht strikt getrennt bleibt, so wird es doch künftig gemeinsame Veranstaltungen geben, wo Grund-, Real und Werkrealschüler sich treffen werden. So zum Beispiel ein Nikolausturnier, eine Theaterveranstaltung sowie Bundesjugendspiele.

Angesichts der Ungewissheit, wie sich die Schullandschaft noch verändern wird, sieht Glückschalt auch noch einen weiteren Vorteil: „Wenn wir zusammenwachsen müssten, dann hätten wir schon einen zeitlichen Vorsprung.“ Allerdings sage er dies ausdrücklich im Konjunktiv.

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