Heidenheim Schon wird an den neuen Stundenplänen gebastelt

Noch hat Sabine Palinkas an ihrem Schreibtisch zu tun. In Kürze ist aber Urlaub angesagt. Das gilt auch für ihre Kollegen (von links oben im Uhrzeigersinn) Roland Widmann, Markus Kuhn, Jörg Glückschalt und Winfried Bendig.
Noch hat Sabine Palinkas an ihrem Schreibtisch zu tun. In Kürze ist aber Urlaub angesagt. Das gilt auch für ihre Kollegen (von links oben im Uhrzeigersinn) Roland Widmann, Markus Kuhn, Jörg Glückschalt und Winfried Bendig. © Foto: Sabrina Balzer/Markus Brandhuber
Heidenheim / Manuela Wolf 24.07.2018
Sommerferien: Endlich ist Urlaubszeit. Die Schüler im Ländle freuen sich auf sechs Wochen Freizeit. Und was tun die Lehrer ohne Unterricht?

Vorurteil Nummer eins, wenn es um Lehrer geht: „faule Säcke“. Die Behauptung von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder lässt sich mit seriösen Zahlen widerlegen. Studien zeigen, dass Lehrer im Schnitt knapp 50 Wochenstunden leisten. Zu den Pflichtstunden kommen Korrekturen, Schullandheim-Aufenthalte, Elterngespräche, Konferenzen. Es sammelt sich Überstunde um Überstunde.

„Zwischendrin braucht man eine Auszeit, sonst kann man das kräftemäßig nicht schultern“, sagt Roland Widmann. Seit 18 Jahren ist er Schulleiter, heute an der Herbrechtinger Bibrisschule. Als Landesbeamtem stehen ihm 30 freie Tage zur Verfügung. Im August reist er mit seiner Frau in die Türkei, um deren Familie zu besuchen. Davor und danach gilt es, das alte Schuljahr abzuschließen und das neue vorzubereiten.

Sekretariat ist besetzt

Wie an den meisten Schulen ist das Sekretariat dann besetzt. Am letzten Freitag vor Beginn des neuen Schuljahrs findet die Gesamtlehrerkonferenz statt. Sie bildet den Abschluss der Sommerferien. Außer an der Königin-Olga-Schule, wo durchgehend Betrieb ist. Schulinternat und familienentlastender Dienst – beides läuft durch, damit sich auch mal die Eltern und Geschwister der sehbehinderten, blinden oder mehrfach behinderten Kinder eine Auszeit nehmen können. Gesamtleiter Winfried Bendig ist meist vor Ort. Weil die Privatschule Jahr ihre Finanzen offenlegen muss, ist die erste Ferienzeit fürs Controlling reserviert. Anfang August wird der Wirtschaftsplan überarbeitet. In der letzten Ferienwoche steht die Einarbeitung für neue Mitarbeiter an. Bendig: „Wenn es klappt, werde ich zwei Wochen frei nehmen. Eine davon möchte ich an der Ostsee verbringen, die andere in den Bergen.“

Lernstoff auffrischen

Zum Schulverbund Heckental gehören zwei Grundschulen, eine Werkrealschule und die ehemalige Adalbert-Stifter-Realschule. Außerdem: 1160 Schüler, 103 Lehrkräfte und 1700 Wochen-Unterrichtsstunden. Das Team um Schulleiter Jörg Glückschalt hat alle Hände voll zu tun mit den Vorarbeiten für die Stundenpläne. Am 27. Juli beginnen auch für die letzten Lehrer die Ferien. Da Glückschalt über Pfingsten in Italien Urlaub macht, genießt er den Sommer auf Balkonien. In der letzten Woche läuft mit der „Sommerschule“, bei der Kinder Stoff auffrischen können, der Betrieb wieder an.

Auch vor dem Margarete-Steiff-Gymnasium in Giengen stehen heute nicht Wohnmobile mit laufendem Motor vor der Tür, versichert Schulleiter Markus Kuhn: „Wer auf viel Urlaub aus ist, ist im Lehrerberuf falsch.“ Bis in die zweite Ferienwoche erstellt ein Team den neuen Stundenplan. Drei Wochen bleibt die Schule dann geschlossen. Trotzdem wird in dieser Zeit der Briefkasten geleert. Kuhn plant Reparaturen am Eigenheim und einen kurzen Wohnwagen-Urlaub mit den Kindern.

Übers Internet erreichbar

An der Bergschule hetzt Leiterin Sabine Palinkas noch von Termin zu Termin. Sie freut sich auf den ersten Ferientag, auf die Stille im Schulhaus. Bis Freitag räumen die Lehrer die Klassenzimmer auf. Und dann? Sechs Wochen frei? „Wir treffen uns in der letzten Ferienwoche zur Gesamtlehrerkonferenz, sind aber über Internet und Whats-App immer erreichbar“, sagt Palinkas. Viele Lehrer nehmen Arbeit mit in den Urlaub. Projekte fürs neue Schuljahr müssen geplant, der Unterricht muss vorbereitet, Termine für Ausflüge müssen festgelegt werden. Palinkas wird in den nächsten Wochen mit dem Programm für die Hector-Kinder-Akademie beschäftigt sein und die Stundenplanung für 300 Kinder und 20 Lehrer in Angriff nehmen. Ob Gardasee, Fuerteventura oder Bodensee – der Laptop ist dabei.

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