Heidenheim Schnaitheimer Hagen: Hausbesitzer möchten kaum sanieren

Der Hagen in Schnaitheim ist offizielles Sanierungsgebiet.
Der Hagen in Schnaitheim ist offizielles Sanierungsgebiet. © Foto: Oliver Vogel
Heidenheim / Andreas Uitz 13.02.2018
Seit beinahe zwei Jahren ist das Schnaitheimer Quartier in einem Sanierungsprogramm. Doch das Interesse der Hausbesitzer an Erneuerungen ist bisher sehr gering.

Der Hagen in Schnaitheim ist ein ganz besonders Quartier. Hier gibt es zahlreiche ältere kleinee Häuser ebenso wie Brachflächen und enge Sträßchen. Alles in allen ist der Zustand in diesem Gebiet westlich der Bahnlinie nicht gerade so, wie man sich ein modernes, zeitgemäßes Wohngebiet vorstellt.
Um hier Verbesserungen herbeiführen zu können, wurde der Hagen im Mai 2016 vom Gemeinderat zum Sanierungsgebiet erklärt. Das bedeutet einerseits, dass die Stadt hier besonders intensiv in die Infrastruktur investiert, Straßen erneuert und im Rahmen ihrer Möglichkeiten für eine räumliche Neuordnung sorgt, neue Plätze und Freiräume schafft und eine ansprechende Begrünung plant.

Andererseits können auch die Anwohner direkt profitieren, denn wenn sie an ihren Häusern energetische Sanierungen vornehmen, können sie Fördergelder von bis zu 30 Prozent der Investitionskosten erhalten. Gefördert werden die Sanierungsgebiete mit Geld vom Land und vom Bund.

Vergleichsweise wenig Interesse

Doch das Interesse der Hauseigentümer im Hagen, ihre Gebäude zu sanieren, hält sich in Grenzen. „Die Nachfrage nach Zuschüssen zu Modernisierungsmaßnahmen ist im Vergleich zu anderen Sanierungsgebieten sehr gering“, so Petra Kurz die im städtischen Geschäftsbereich Liegenschaften für die Beratung und Bearbeitung der Förderanträge in Sanierungsgebieten zuständig ist.
Das ist vor allen Dingen im Vergleich zum Sanierungsgebiet Oststadt auffällig, das beinahe zeitgleich gestartet ist. Wahrend dort bereits 36 Verträge mit Privatleuten abgeschlossen und mehr als 80 Beratungsgespräche geführt wurden, waren es im selben Zeitraum in Schnaitheim lediglich fünf Modernisierungsverträge und 16 Beratungen. „Da das Sanierungsgebiet Oststadt mehrmals beantragt wurde, hatten die Leute dort sicherlich mehr Zeit, sich vorzubereiten“, sagt Kurz. Doch eigentlich ist das kaum eine Begründung dafür, dass die Nachfrage im Hagen so gering ist.

Die Möglichkeit zur Förderung ist bekannt

„Die Bewohner wurden gleich informiert wie die in anderen Gebieten, die Möglichkeit der Förderung ist also bekannt“, so Kurz. Dass es im Hagen nicht so richtig läuft mit der Stadtteilerneuerung, wurde bei der Stadtverwaltung bereits im Juni 2017 diskutiert. Dabei entstand die Idee, abgeschlossene Projekte vorzustellen, doch die Eigentümer dieser Maßnahmen hatten daran kein Interesse.

Die Stadt tut derweil das ihre, um die Sanierung des öffentlichen Raums voranzutreiben. In diesem Jahr soll der Komplettumbau der Fabrikstraße abgeschlossen werden, der schon 2017 begonnen hat. Außerdem ist die Verwaltung noch immer in Verhandlungen mit dem Eigentümer der früheren Zigarrenfabrik Schaefer. Die ziehen sich schon seit Jahren hin, aber der städtische Pressesprecher Wolfgang Heinecker spricht davon dass es Bewegung gibt, weil Gespräche geführt werden. Schon lange versucht die Stadt, das Areal in ihren Besitz zu bekommen um es neu gestalten zu können.

Ein neuer Steg ist beantragt

Der Fußgängersteg, der den Hagen über die Bahngleise hinweg mit dem Schnaitheimer Ortskern verbindet, soll ebenfalls erneuert werden. Die Stadt hat schon vor längerem einen Genehmigungsantrag beim Eisenbahnbundesamt gestellt. „Sobald der durch ist, können wir den Steg abreißen und durch einen neuen ersetzen“, so Heinecker. Allerdings könnte dieses Procedere noch eine ganze Weile dauern. Eine ganze Weile Zeit, sich für die Sanierung zu entscheiden, haben auch die Hagen-Bewohner: Das Sanierungsgebiet läuft noch bis April des Jahres 2024.

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