Kommentar Bakterien im Trinkwasser: „Bevölkerung schlecht informiert“

© Foto: Oliver Vogel
Heidenheim / Karin Fuchs 20.06.2018
Im Osterholz war das Leitungswasser mit E.coli-Bakterien verunreinigt. Die Bevölkerung wurde schlecht informiert. Ein Kommentar von Karin Fuchs.

Im Fall des verunreinigten Wassers haben sich weder die Stadtwerke noch die Stadt mit ihrer Informationspolitik mit Ruhm bekleckert. Hätten nicht die besorgten Eltern nachgefragt, was sie tun sollen, hätten sie nicht Alarm geschlagen, wäre die Angelegenheit womöglich einfach so unter den Teppich gekehrt worden.

Wasser ist unser elementares Grundnahrungsmittel schlechthin. In Deutschland, so wird uns immer wieder versichert, kann man es bedenkenlos aus dem Wasserhahn trinken. Wenn dem nicht so ist, dann wollen die Verbraucher informiert werden.

Dass die Bakterien im Wasser waren, war womöglich einer höheren Naturgewalt, dem starken Regen, geschuldet. Wenn dem so ist, kann man niemanden in die Verantwortung nehmen. Für andere Dinge wie die schlechte Informationsweitergabe schon.

Gut war: Die Verschmutzung wurde bemerkt, was zeigt, dass das Kontrollsystem funktioniert. Ebenso funktioniert hat die Reaktion, um das Wasser so schnell wie möglich wieder sauber zu bekommen.

Leider nicht funktioniert hat das Informationssystem. Es ist unverständlich, warum die Ergebnisse der Proben so lange – nämlich ein ganzes Wochenende lang – auf sich warten ließen. Ein Versäumnis war es aber vor allem, die Anwohner im Unklaren zu lassen. Jeder sollte wissen, wenn aus dem Wasserhahn eine mögliche Gefahr für die Gesundheit droht.

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