Deal Sanwald: Zustimmung zum Stadionvertrag fraglich

Wo ist die Linie? FCH wie Stadt machen klar, dass es den Stadionhandel nicht um jeden Preis geben wird.
Wo ist die Linie? FCH wie Stadt machen klar, dass es den Stadionhandel nicht um jeden Preis geben wird. © Foto: Archiv/olv
Heidenheim / Silja Kummer 29.04.2017
Eine erneute Diskussion im Heidenheimer Gemeinderat lässt die Übertragung an den FCH als unsicher erscheinen.

Noch einmal flammte am Donnerstag in der Sitzung des Gemeinderates die Diskussion über die geplante Übertragung der Voith-Arena für einen Euro an den 1. FC Heidenheim auf.

Der Vorstandsvorsitzende des Vereins Holger Sanwald, der auch für die CDU im Gemeinderat vertreten ist, stellte in Frage, ob der Deal überhaupt zustande kommt. „Ich weiß nicht, ob wir dem Vertrag überhaupt zustimmen können“, so Sanwald.

Zuvor hatte er erläutert, dass aus kaufmännischer Sicht eine Auflösung des bisherigen Nutzungsvertrages für den Zweitligaverein keinen Sinn mache. Dieser würde noch 20 Jahre laufen und habe keine Ausstiegsklausel.

Der Vertrag, laut dem der FCH eine jährliche Pacht für Stadion und Trainingsplätze von 2600 Euro bezahlt, sei „mit Sinn und Verstand gemacht“ worden, so Sanwald. In diesem sei auch geregelt, dass der Verein die laufenden Kosten für das Stadion bezahle, die sich auf rund 750 000 Euro pro Jahr summieren.

Den Sinn in einer Übernahme des Stadions sehe er als FCH-Vorstandsvorsitzender darin, eine Unabhängigkeit von politischen Entscheidungen zu erreichen. „Die Diskussionen sind für uns bisher immer gut ausgegangen“, so Sanwald, aber er wisse ja nicht, ob das so bleibe.

Ausgelöst wurde die Diskussion durch eine Wortmeldung von Stadtrat Jürgen Bohnert (SPD), der sich noch einmal über die Äußerungen von Sanwald in einer Pressekonferenz zum geplanten Handel ärgerte. Kritikern des Vorhabens hatte Sanwald damals vorgeworfen, sie würden aus Unwissenheit, Dummheit, mit Absicht oder zur Selbstdarstellung Dinge verdreht darstellen.

Dagegen verwehrte sich Bohnert. Sanwald entschuldigte sich dafür. Er habe niemanden persönlich angreifen oder beleidigen wollen.

Streitpunkt Insolvenzfall

Bohnert brachte nochmal die Frage nach einem Insolvenzfall des Fußballvereins ins Spiel. „Die Stadt würde bei einem Rückkauf für einen Euro auch die Schulden übernehmen“, so Bohnert.

Sanwald sagte, niemand könne voraussagen, ob der FCH bei Übernahme des Stadions überhaupt Kapital beschaffen könne und dann einen Vorteil haben werde.

Oberbürgermeister Bernhard Ilg erinnerte, dass man sich ausführlich über den Insolvenzfall unterhalten habe und zwei Anwälte unterschiedlicher Meinung gewesen wären, was dann passieren würde. „Der Ansatz war gut gemeint“, sagte er zu dem Vorhaben, die Stadt wolle Geld sparen. „Wenn all das an Sicherheiten in den Vertrag geschrieben wird, was jetzt gewünscht wird, kommt der nie zustande“, so der OB.

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