Heidenheim Salzige Leckerei fürs Wild: weder Gesellenstück, noch Kunst

Salzlecksteine wie dieser finden sich an vielen verschiedenen Stellen im Wald.
Salzlecksteine wie dieser finden sich an vielen verschiedenen Stellen im Wald. © Foto: Michael Brendel
Heidenheim / Michael Brendel 06.06.2018
Handelt es sich um das Gesellenstück eines Schreiners? Oder um das Werk eines naturverliebten Künstlers? Nichts von beidem.

Was der aufmerksame Spaziergänger an mehreren Orten im Wald entdecken kann (das Foto oben ist auf den Reutenen entstanden), ist vielmehr ein Salzleckstein fürs Wild, wie ihn Jagdpächter gerne an den Einständen von Rehen aufstellen. Also dort, wo die Tiere Ruhe und Schutz suchen.

Was ist Sinn und Zweck der Konstruktionen? Die Erklärung ist vergleichsweise simpel: Auch Wildtiere benötigen Salz, damit Muskeln, Nerven und Stoffwechsel funktionieren. Natürliche Vorkommen wie mineralhaltige Steine und Quellen sind aber vielerorts selten geworden. Und nun kommen die meist auf einem Stamm oder Pfosten befestigten Lecksteine ins Spiel: Das vom Regen in kleinen Mengen ausgewaschene Salz läuft auf den Boden hinunter, wo sich dann Wildschweine, Rehe und Hasen gütlich daran tun können.

Die Tiere sind zwar nicht auf dieses zusätzliche Salz angewiesen, um überleben zu können. Es hilft aber zu bestimmten Zeiten – wie etwa während der Aufzucht der Jungen – Mangelerscheinungen vorzubeugen.

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