Heidenheim Rot, Gelb und Blau: ein Sprung ins Farbenmeer

Nicoline Koch-Lutz stellt ab 21. Juni in der DH aus.
Nicoline Koch-Lutz stellt ab 21. Juni in der DH aus. © Foto: Joelle Reimer
Heidenheim / Joelle Reimer 13.06.2018
Die Künstlerin Nicoline Koch-Lutz stellt ab Donnerstag, 21. Juni, in der DH aus.

Rot, Gelb und Blau: Aus diesen drei Grundfarben lässt sich ein riesiges Farbspektrum mischen. Ein Farbspektrum, aus dem ein einzelner Mensch mehrere Millionen Farben unterscheiden kann – so die Theorie. Wer Lust hat, diese zu überprüfen, kann ab Donnerstag, 21. Juni, einen Blick ins fünfte Obergeschoss der Dualen Hochschule in Heidenheim werfen. Dort stellt die Heidenheimer Künstlerin Nicoline Koch-Lutz aus – und sie hat definitiv Lust auf Farbe.

Schon beim Betreten ihres Ateliers fällt es schwer, sich zwischen den figürlichen Anmutungen in Blautönen und den flächigen Formen in knalligem Rot zu entscheiden. Und dann fällt der Blick auf die wild übereinander gepinselten Vogelmotive in der Ecke. Nicoline Koch-Lutz nickt nachdenklich. „Ja, so fängt es eigentlich immer an“, erzählt die gebürtige Crailsheimerin, die Kunst und Kunstgeschichte studiert hat und zuletzt als Kunsterzieherin am Schiller-Gymnasium tätig war. Jetzt, im Ruhestand, hat sie Zeit. Zeit zum Malen, Zeit fürs Experimentieren mit Farben. „Und die nehme ich mir auch. Ich lasse Bilder entstehen – zuerst ein solches Chaos wie hier – und entwickle sie Schritt für Schritt weiter.“

„Summertime“ in der DHBW

Ihre Ausstellung in der Dualen Hochschule steht unter dem Titel „Summertime“ – passend zum Sommeranfang am 21. Juni. „Ich bin selbst gespannt, wie diese großen, farbigen Bilder in der streng weißen, lichtdurchfluteten Umgebung wirken“, so Koch-Lutz. Maximal 15 Werke will sie ausstellen, darunter einige ältere, aber auch ganz neue und extra dafür angefertigte Bilder. Damit erzählt die Künstlerin Geschichten aus ihrem Alltag und dem Leben; keck, farbenfroh und zum Teil auch so abstrakt, dass sich das Motiv dem Betrachter nicht auf den ersten Blick erschließen mag. „Aber ich habe eine gewisse Formsprache: immer wieder Figuren, Vögel, Kreaturen“, so Koch-Lutz. Bei ihrem Sprung ins Farbenmeer mischt sie Farbpigmente und Acrylbinder stets selbst – der Vielfalt wegen. „Ich kann die Malerei dann viel besser steuern, sei es die Farbdicke oder der Farbton.“

Nach einer Ausstellung im Herbrechtinger Bürgersaal im vergangenen Jahr und der Teilnahme am „Open“ in Königsbronn im Mai 2018 will sie nach der DHBW zunächst einmal eine Pause einlegen. „Das muss sein. Natürlich bewirbt man sich für andere Ausstellungen, aber das dauert seine Zeit“, so Koch-Lutz. Und die braucht sie auch: Nicht nur, weil sie neben den Ausstellungen noch Kurse in ihrem Atelier, in der Frauenakademie Ulm und der Volkshochschule Heidenheim gibt, sondern vor allem, weil sie derzeit wegen eines gebrochenen Armes eine Zwangspause machen muss. „Es ist schlimm. Ich habe viele Ideen, es steht alles bereit, und ich kann nichts machen“, sagt sie. Und wenn man sich nun an ihre „Open“-Werke des vorigen Jahres im Bettenhaus des Klinikums erinnert – Brockhaus-Bände, eingewickelt mit in blutroter Farbe getränkten Mullbinden – darf man sicherlich gespannt sein, was das Resultat ihrer jetzigen Verletzungspause sein wird.