Heidenheim / Werner Baptist  Uhr
Zum Leserbrief „Verneige mich vor Rommel“ (HZ vom 16. April)

Es ist sicherlich richtig, dass bald 75 Jahre nach Ende dieses schrecklichen Krieges die Erinnerung an Georg Elser hochgehalten wird, der auf seine Art Gutes tun wollte. Oft hat mir mein Vater, Jahrgang 1916, erzählen wollen, wie die Zeit für ihn zwischen seinem 20. und 30. Lebensjahr verlaufen ist. Nach Arbeitsdienst im Emsland kam der Fronteinsatz in Frankreich, anschließend in Russland. Als 30-Jähriger kam er gesundheitlich stark angeschlagen zurück, sehr viele sind im Krieg gefallen. „Die schönsten Jahre meines Lebens war ich im Krieg und nicht alle waren freiwillig dabei.“

Immer wieder wollte er mir erzählen, wie sehr die jungen Männer, Ehemänner, Brüder und Kinder in den Schützengräben zu Erwin Rommel aufgeschaut haben und ihre Hoffnung auf ein Überleben auf ihn gesetzt haben und seine gradlinige Art bewundert haben. Leider wollte ich als Jugendlicher nicht zuhören. Wir dürfen Georg Elser nicht vergessen, dürfen aber auch nicht vergessen, dass Erwin Rommel für die Menschen dieser Zeit eine bedeutende Vaterfigur war und deshalb das Denkmal in Heidenheim zu Recht steht. Ich verbeuge mich vor Georg Elser und Erwin Rommel. Aber auch vor Ihnen, Herr Schlumpberger, dass Sie die Diskussion über Erwin Rommel aus Ihrer Sicht darstellen.