Heidenheim Tief und gefährlich: Spurrillen auf der Olgastraße sollen weg

Die nächste Großbaustelle steht im nächsten Jahr an: die Olgastraße.
Die nächste Großbaustelle steht im nächsten Jahr an: die Olgastraße. © Foto: Sabrina Balzer
Heidenheim / Andreas Uitz 05.09.2018
In der Olgastraße hat sich der Belag wegen des Schwerlastverkehrs abgesenkt. Kommenden Sommer sollen die Bauarbeiten stattfinden.

Tiefe Spurrillen und Absenkungen prägen die Olgastraße im Bereich zwischen der Marienstraße und der Karlstraße schon seit Jahren. Der Schwerlast- und Omnibusverkehr hat sich hier förmlich in den Belag eingefressen und tiefe, unverkennbare Spuren hinterlassen. Wer hier die Straße abseits der Fußgängerampel überquert, muss seine Füße hochheben um nicht über die Erhebung in der Mitte der Fahrspuren zu stolpern. Gefährlich ist die Situation aber vor allen Dingen für Zweiradfahrer.

Der Bund ist der Zahlmeister

Dass die B  466 in diesem Bereich dringend saniert werden müsste, ist auch im Rathaus bekannt. Und auch beim Bund weiß man Bescheid, der ist nämlich für den Unterhalt der Bundesstraßen verantwortlich.

Dass Sanierungsbedarf besteht, ist also klar, doch wann soll die Erneuerung losgehen?Tief, gefährlich „Wir hätten das aus Sicht des Bundes schon in diesem Jahr machen können, aber wir mussten die Olgastraße auf nächstes Jahr verschieben“, so Gerhard Horlacher, Leiter des städtischen Fachbereichs Bauen.

Er begründet diese Entscheidung damit, dass 2017 schon jede Menge anderer Baustellen an bedeutenden Verkehrsachsen auf dem Plan standen, beispielsweise in der Ploucquetstraße und in der Marienstraße. „Eine weitere Baustelle aufzumachen, wäre dem Verkehr nicht gut bekommen“, so Horlacher.

Denn die Sanierung der Olgastraße würde eine wochenlange Vollsperrung der wichtigsten Ost-West-Achse durch die Innenstadt mit sich bringen. „Dann muss der Verkehr weiträumig umgeleitet werden“, erklärt Horlacher. Aus diesem Grunde werde man auch versuchen, einen Teil der Arbeiten im kommenden Jahr in die Ferienzeit zu verlagern.

Auch wenn eigentlich der Bund für die Sanierung zuständig ist, wird sie von der Stadtverwaltung geplant und gesteuert. „Das hat sich bei der Sanierung der B 19 so bewährt und ist sicherlich die beste Lösung“, so Horlacher. Denn vor Ort könnten die Verantwortlichen am besten entscheiden, wie die Arbeiten zu takten sind und der Verkehr zu leiten ist. Die Stadt plant, der Bund zahlt, so die Maxime.

Planungen indes gibt es noch nicht, weil kein Planungsauftrag vorliegt. Deshalb lässt sich auch noch nicht sagen, was alles saniert werden muss und wie die Straße gestaltet werden soll. Auch zur Radwegführung gibt es noch keine Überlegungen. „Bisher wissen wir nur, dass nächsten Sommer gebaut wird“, so der städtische Pressesprecher Wolfgang Heinecker. Die Arbeiten werden sicherlich umfangreicher sein, weil nicht nur der Belag sondern wohl auch der Unterbau der Straße erneuert werden muss.

Die letzte Großbaustelle an der Olgastraße liegt erst 14 Jahre zurück. Schon wenige Jahre nach der Sanierung des Straßenbelags im Jahr 2004 traten die ersten Spurrinnen auf, auch im Bereich der Fußgängerampel vor den Schloss Arkaden. Hier war der Straßenbelag so brüchig und hatte sich derart abgesenkt, dass er schon im August 2008 stellenweise repariert werden musste.

Bei der Sanierung 2004 war kein normaler Asphalt verbaut worden, sondern sogenannter Splittmastixasphalt mit polymermodifiziertem Bitumen. Bei diesem Material soll die Sprödigkeit bei tieferen Temperaturen verringert und die Verformungsbeständigkeit bei hohen Temperaturen erhöht werden. Außerdem soll diese Asphaltsorte den Zusammenhalt des Splitgerüsts dauerhaft sichern und damit eine widerstandsfähige und verkehrssichere Deckschicht hergestellt werden.

Der Asphalt soll dadurch wesentlich langlebiger sein, die üblichen Spurrillen durch hohe Verkehrsbelastung stellen sich viel später ein, so die Erklärung für die Materialmischung vor zehn Jahren.

So viel zur Theorie, doch die Praxis sieht ganz anders aus. Denn inzwischen sind die Spurrillen, die eigentlich erst sehr viel später auftauchen sollten, in diesem Abschnitt der B 466 erheblich früher aufgetreten und scheinen von Monat zu Monat schlimmer zu werden.

Der Grund: Bei der Sanierung 2004 wurde lediglich der Straßenbelag erneuert, der Unterbau der Straße bleib unverändert. Das allerdings war keineswegs ein Fehler der städtischen Planer, denn aus reinen Kostengründen hatte der Bund die Sanierung des Unterbaus nicht vorgesehen.

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