Heidenheim / Michael Brendel Nach einer langen Zeit des Wartens gab’s am Montag endlich den Spatenstich für den Erweiterungsbau.

Kein Scherz: Seit Montag, dem 1. April, entsteht der Anbau an das Rot-Kreuz-Zentrum. Weshalb das erwähnt werden muss?

Weil das Vorhaben der ursprünglichen Planung zufolge schon kurz vor der Vollendung stehen sollte. Albert Tränkle, Präsident des DRK-Kreisverbands, räumte beim Spatenstich denn auch ein, er habe „einen gewissen Großflughafen vor Augen“. Allerdings zeigte er sich zuversichtlich, dass das 2,5-Milllionen-Euro-Projekt jetzt wie vorgesehen abgewickelt werden kann. Schließlich werde im Schwäbischen „bodenständige Handwerkskunst“ abgeliefert.

OB Bernhard Ilg nutzte das Forum, um auf den seiner Ansicht nach übermäßig großen bürokratischen Aufwand hinzuweisen. Er mache sich Sorgen, so Ilg, „dass die schiere Menge, aber auch die Regelungstiefe von immer mehr Vorschriften eine Verwaltung lahmlegen und den politischen Gestaltungswillen einer Kommune gegen den Geist unserer Verfassung aushebeln könnte“. Als viel wichtiger erachtet er freilich die Bedeutung des Anbaus, „den Rettungsdienst in Stadt und Kreis schlagkräftig, wirtschaftlich und schnell zu garantieren“.

Provisorium bald Geschichte

Jetzt also, eine Änderung des Flächennutzungsplans, ein Bebauungsplanverfahren, ein Artenschutzgutachten, eine Waldumwandlungsgenehmigung und einen Holzeinschlag auf 3700 Quadratmetern Fläche später, kann es losgehen: Die Tage „in einem langen Provisorium“, so Tränkle, sind gezählt. Die Erweiterung der DRK-Wache von 1981 um eine Fahrzeughalle samt Bereitschaftsgebäude soll zeitgemäße Bedingungen schaffen. Tränkle erinnerte daran, dass das Zentrum vor knapp 40 Jahren Platz für sieben Fahrzeuge und 32 Männer bieten musste. Heute sind es 13 Fahrzeuge und 87 Mitarbeiter, darunter 34 Frauen. Damit einher gehen auch Anforderungen hinsichtlich der sanitären Anlagen.

Der Bau beginne, obwohl noch kein Zuschussbescheid des Landes vorliege, sagte Tränkle, allerdings vertraue er darauf, „dass alles den richtigen Weg geht“. Wilfried Klenk, Staatssekretär im Stuttgarter Innenministerium, vernahm die Anspielung und gab sich zuversichtlich: „Jetzt schauen wir, dass wir das Geld herkriegen.“

Wie der Erste Landesbeamte Peter Polta lobte auch Klenk die bewusste räumliche Nähe der DRK-Wache zum Klinikum: Nur so könnten die Notärzte dort ihren Dienst versehen und gleichzeitig die Ausrückzeiten eingehalten werden.