Elektrifizierung Region macht Dampf für die Brenzbahn

Die Brenzbahn steht bislang ganz hinten in der Prioritätenliste des Landes in Sachen Elektrifzierung der Bahnstrecken.
Die Brenzbahn steht bislang ganz hinten in der Prioritätenliste des Landes in Sachen Elektrifzierung der Bahnstrecken. © Foto: HZ-Archiv
Heidenheim / Karin Fuchs 17.05.2018
Wird die Strecke in der Priorität hochgestuft? Geklärt werden soll das bei einem Gespräch in Stuttgart.

Die Brenzbahn steht bislang ganz hinten in der Prioritätenliste des Landes in Sachen Elektrifzierung der Bahnstrecken. In der Region stößt dies auf Unverständnis. Bei der Vorstellung der Elektrifizierungspläne in Stuttgart Anfang des Monats forderten Vertreter der Region, diese Einstufung zu überprüfen.

Das Land zeigt sich gesprächsbereit. Laut Dr. Oliver Dümmler, Geschäftsführer des Vereins Regio-S-Bahn-Verband Donau-Iller habe man ein Treffen mit Vertretern des Verkehrsministeriums vereinbart. „Wir müssen uns klar sein, welchen Nutzen die Elektrifizierung bringt, aber auch die Risiken abwägen“, sagt Dümmler. Dazu zählen auch die Kosten.

Eine Summe wurde bislang nicht genannt. Bahnexperten gehen generell von einer Million Euro pro Schienenkilometer aus. Bei einer Brenzbahn-Länge von 73 Kilometern, mehreren Gleisen in den Bahnhöfen ist eine Summe von 100 Millionen Euro nicht zu hoch gegriffen.

Geklärt werden müsse, so Dümmler, welche Kosten die Region tragen müsse, zumal auch die Kosten für den zweigleisigen Ausbau anstünden. Ebenso muss geklärt werden müsse, ob und welche Verzögerung die Elektrifizierung für den zweigleisigen Ausbaus bedeuten würde.

Einen Termin für das Gespräch gibt es noch nicht, vorher will der Regio-S-Bahn-Verband Donau-Iller eine Stellungnahme abgeben. Eine Resolutionen hat diese Woche der Kreistag im Ostalbkreis verfasst, auch der gestern tagende Regionalverband hatte die Elektrifizierung auf der Tagesordnung.

Hybridzüge für den Übergang

Bis zu einer Elektrifizierung der Brenz- und auch der Donautalbahn fordern die Grünen-Landtagsabgeordneten Martin Grath (Heidenheim) und Jürgen Filius (Ulm) neue Antriebssysteme der Züge. „Es ist richtig und wichtig, dass wir jetzt über Antriebsalternativen zum Diesel diskutieren. Langfristig brauchen wir die Elektrifizierung der Brenz- und Donautalbahn“, heißt es in einer Pressemitteilung. Zitiert wird aus einer Antwort des Verkehrsministeriums auf einen Antrag der Grünen: Danach wäre eine Modernisierung der Dieselflotte des künftigen Betreibers Hohenzollerische Landesbahn beispielsweise mit Hybridzügen möglich. „Die neuen Züge stoßen 35 Prozent weniger CO2 aus, sind leiser und energieeffizienter“, so Grath. Auch elektrische Antriebe auf Wasserstoffbasis kämen in Betracht. So verkehre seit kurzem ein Prototyp mit einem Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb in Niedersachsen.