Heidenheim Rainer Feil wird Direktor des Amtsgerichts

Feierstunde im Amtsgericht: Rainer Feil löst als neuer Amtsgerichtsdirektor Christine Werner ab.
Feierstunde im Amtsgericht: Rainer Feil löst als neuer Amtsgerichtsdirektor Christine Werner ab. © Foto: Markus Brandhuber
Heidenheim / Karin Fuchs 27.06.2018
Mit Rainer Feil wird ein Heidenheimer Direktor des Amtsgerichts. Am Montag wurde er offiziell ins Amt eingeführt.

Praktisch ist der Wechsel schon vollzogen, am Montag wurde er offiziell besiegelt. Christine Werner wechselte zum Jahreswechsel nach neun Jahren als Heidenheimer Amtsgerichtsdirektorin nach Schwäbisch Gmünd. Ihr Nachfolger ist Rainer Feil, dessen Biografie eng mit Heidenheim verknüpft ist. Das machte er bei seiner Antrittsrede vor Gästen überwiegend aus Justiz und Politik deutlich.

Warum er die Stelle wollte? „Weil ich Feuer und Flamme für das Heidenheimer Amtsgericht bin.“ Zu dieser Behauptung lieferte er als Jurist auch gleich die Beweisführung: Bisher war er stellvertretender Leiter der Staatsanwaltschaft Ulm, deshalb sei die Stelle des Amtsgerichtsdirektors kein Karrieresprung. „Ich verdiene keinen Cent mehr“. Außerdem habe er seine bisherige Arbeit geliebt.

Doch noch mehr ist er Heidenheim verbunden, wo er zur Schule gegangen und sein Lebensmittelpunkt ist. Auch die berufliche Vita ist mit Heidenheim verbunden. Als Student nutzte Feil die Bibliothek des Amtsgerichts für Hausarbeiten. Anfang der 1990er Jahre kam er als Rechtsreferendar hierher. In Heidenheim hielt er als Vertreter der Staatsanwaltschaft sein erstes Plädoyer und sprach als junger Richter sein erstes Urteil.

Der Präsident des Landgerichts, Friedrich Unkel, zeichnete die Lebensläufe beider Hauptpersonen nach. Feil nannte er den „Wunschkandidaten für die Kollegenschaft des Gerichts und für mich.“ An allen Stellen sei Feil „der Mann für die besonders schwierigen und besonders umfangreichen Verfahren gewesen.“ Im Grußwort bezeichnete der Leiter der Staatsanwaltschaft Ellwangen, Andreas Freyberger, Feil als einen Menschen mit „großer empathischer Befähigung“. Oberbürgermeister Bernhard Ilg setzt in Feil die Hoffnung, gemeinsam eine fürsorgende Gesellschaft aufzubauen. Christoph Käppeler sprach als Vertreter des Anwaltvereins über die Aufgabe, den vielen Menschen, die in die Kanzleien und Gerichte kämen, eine schlüssige Erklärung unseres Rechtsstaats zu liefern.

1992 bei der Staatsanwaltschaft Ellwangen in den höheren Justizdienst des Landes eingetreten, kam Feil 1993 als Richter nach Heidenheim. Nach drei Monate musste er eine Lücke am Schwäbisch Gmünder Amtsgericht füllen. Eineinhalb Jahre später wurde Feil Staatsanwalt in Ellwangen. Im Jahr 2000 wurde er ins Justizministerium gerufen, wo er in der Strafrechts- und Personalabteilung tätig war. Sechs Monate lang war er bei der Generalstaatsanwaltschaft in Stuttgart, bevor er 2003 zur Staatsanwaltschaft nach Ellwangen zurück kehrte. 2005 wurde Feil Oberstaatsanwalt und wechselte 2010 nach Ulm als Stellvertretender Leiter der Staatsanwaltschaft Ulm.

Feil hat sich für die ersten zwölf Monate einen Plan zurechtgelegt hat: „Immer die richtigen Entscheidungen zu treffen – und 20 Kilo abzunehmen.“ Er wisse nicht, ob ihm beides gelingen werde.

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