Figur Rätsel um WCM-Florian scheint geklärt

Der Gmünder Jakob Wilhelm Fehrle soll den WCM-Florian geschaffen haben.
Der Gmünder Jakob Wilhelm Fehrle soll den WCM-Florian geschaffen haben. © Foto: räp
Heidenheim / Karin Fuchs 05.11.2013
Das Rätsel scheint geklärt: Eine Leserin hat geholfen, den Künstler des heiligen WCM-Florians zu benennen.

Bisher hieß es, dass man nicht genau weiß, woher die Figur des heiligen Florians stammt, die fast 90 Jahre an der WCM in einer Ecknische stand. Eine Leserin hatte den entscheidenden Hinweis parat: Die Figur hat der Schwäbisch Gmünder Künstler Jakob Wilhelm Fehrle (1884 – 1974) geschaffen. Entnommen hat sie ihr Wissen dem Büchlein „Lebendige Vergangenheit im Kreis Heidenheim“, das 1983 im Verlag der Heidenheimer Zeitung erschienen ist und dessen Autoren Karl Burr und Gerhard Schweier sind. Darin steht kurz beschrieben, dass das Denkmal „an den größten und folgenschwersten Brand in Heidenheim im 20. Jahrhundert, an die Einäscherung der WCM am 16. Mai 1922“ erinnert. In der Ecknische aufstellen lassen habe es der Stuttgarter Architekt Manz 1926 nach dem Wiederaufbau.

Der Künstler Jakob Wilhelm Fehrle studierte an den Kunstakademien in Berlin und München und ging 1909 für ein Jahr nach Rom, wo er im eigenen Atelier arbeitete. Die entscheidende Station seiner Entwicklung waren die Pariser Jahre von 1911 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Hier studierte er im „Weltmuseum Louvre“, wie er die damals bedeutendste Kunstsammlung selbst nannte. Er lernte Künstler wie Georg Kolbe, Wilhelm Lehmbruck, Aristide Maillol, Paul Klee und Pablo Picasso kennen. Nach seinen Jahren als Soldat im Ersten Weltkrieg kehrte er in seinen Geburtsort Schwäbisch Gmünd zurück. In diesen Jahren entschied sich Fehrle für die Bildhauerei und es muss auch der heilige Florian entstanden sein. Er selbst nannte seinen Stil „barocke Gotik“.

Der heilige Florian ist nach dem Abriss der WCM in diesem Sommer eines der wenigen Teile der alten Fabrik, die bewusst gerettet wurden. Mittlerweile ist zwar die ursprüngliche Bemalung verschwunden und auch sonst haben Wind und Wetter ihre Spuren hinterlassen, doch soll das Werk restauriert werden. Wo der Heilige künftig angebracht wird, ist noch nicht entschieden. Im Gespräch ist, ihm einen Platz auf dem südlichen WCM-Gelände zu schaffen, wenn klar ist, wie die Bebauung dort aussehen wird. Alternativ wird auch die Feuerwache genannt, deren Schutzpatron der heilige Florian ist.

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