Heidenheim / HZ Das Kontrollorgan bestätigt, dass ein Artikel über den Heidenheimer Unternehmer R. sorgfältig recherchiert wurde.

Der Deutsche Presserat hat eine Beschwerde des Rechtsanwalts Wolfgang Erhard R. gegen die Heidenheimer Zeitung als unbegründet zurückgewiesen. Der Text von Redakteurin Silja Kummer war am 10. September 2018 unter der Überschrift „Vermögen einer Aktiengesellschaft veruntreut?“ in der HZ erschienen.

Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen den Heidenheimer Unternehmer Wolfgang Wilhelm R..

Es ging darin um seinen Sohn Wolfgang Wilhelm R., gegen den die Staatsanwaltschaft Ellwangen in seiner Funktion als Vorstand der Kremlin AG Anklage wegen Untreue und Unterschlagung erhoben hat.

Redakteurin beschimpft

Anwalt R. hat ein Beschwerdeschreiben an den Presserat geschickt, das laut der schriftlichen Begründung des Gremiums „Beschimpfungen und Unterstellungen gegenüber der Redakteurin“ enthielt. Er vertrat die Auffassung, dass in dem Artikel „die Wahrheit und die Menschenwürde der Personen, über die berichtet werde, missachtet werde“. Die Kremlin AG sei zu keiner Zeit insolvent gewesen, der Vorwurf der Untreue und Unterschlagung sei falsch.

Der Beschwerdeausschuss des Presserats, in dem insgesamt acht Vertreter des Zeitungs- und des Zeitschriftenverlegerverbandes sowie der Gewerkschaften DJV und DJU sitzen, kam zu dem Ergebnis, dass der Artikel presseethisch zulässig sei. „Der Beschwerdeausschuss vermag in dem Artikel keine wahrheitswidrige Wiedergabe oder sonstigen Sorgfaltsverstoß zu erkennen“, heißt es in einem Schreiben, das der HZ zuging.

Es ginge aus der Überschrift und der Unterzeile eindeutig hervor, dass es sich um einen noch unbewiesenen Tatvorwurf handle. Die Tatsachen, über die im Text berichtete wurde, bezeichnete das Gremium als korrekt. Gegen Ziffer 2 des Pressekodex, in dem es um journalistische Sorgfalt und Recherche geht, liege kein Verstoß vor.

Beschwerde gegen Ablehnung

Auch die Namensnennung von Wolfgang Erhard und Wolfgang Wilhelm R. ist laut Presserat zulässig, da beide Funktionen in der Kremlin AG ausüben, durch die sie in der Öffentlichkeit stehen.

Wolfgang Erhard R. hat daraufhin beim Presserat Beschwerde gegen die Ablehnung seiner Beschwerde eingelegt. Auch diese wurde abgewiesen.

Über die Eröffnung des Verfahrens am Amtsgericht Heidenheim ist nach wie vor nicht entschieden. Das Gericht hat weitere Ermittlungen in Auftrag gegeben, durch die festgestellt werden soll, ob der Tatverdacht gegen Wolfgang Wilhelm R. hinreichend ist.