Erfinder Preis für ein Null-Wendekreis-Auto

Die Schüler Jochen Simon und Felix Trah erhielten eine Bronzemedaille und den Großen Preis des deutschen Erfinderverbandes.
Die Schüler Jochen Simon und Felix Trah erhielten eine Bronzemedaille und den Großen Preis des deutschen Erfinderverbandes.
03.11.2014
Gleich vier junge Tüftlerteams aus Heidenheim überzeugten am Wochenende die Expertenjury auf der Nürnberger Erfindermesse.

Schülergruppen des Max-Planck-Gymnasiums, des Vereins der Freunde und Förderer des Max-Planck Gymnasiums und des Vereins Start Heidenheim erhielten für ihre Projekte vier Bronzemedaillen und den Großen Preis des deutschen Erfinderverbandes. Als Teilnehmer des Programms mikromakro waren sie von der Baden-Württemberg Stiftung zuvor ausgewählt worden, ihre Erfindung vor einem internationalen Publikum professionell zu präsentieren.

Ein Tassenkuchen aus der Mikrowelle oder ein Omni-Wheel-Investigation-Car – mit Projekten wie diesen räumten vier Schülergruppen aus Heidenheim zusammen mit ihrem Projektleiter und Betreuer Dr. Matthias Möbius am Wochenende auf der iENA, der Internationalen Leitmesse für Ideen, Erfindungen und Neuheiten, gleich vier Bronzemedaillen ab. Über 700 Erfindungen aus mehr als 30 Ländern wurden in Nürnberg vor Fachpublikum, möglichen Investoren und Nachwuchstüftlern zur Schau gestellt. Mit ihren Projekten hatten sie sich für den Messeauftritt qualifiziert.

Das Projekt „OWIC – Fahrzeug mit Omniwheels“ des mikromakro-Teams des Max-Planck-Gymnasiums, vorgestellt von Jochen Simon und Felix Trah, ermöglicht die einfache Steuerung neuartiger Antriebe. Mit dem entwickelten Controller wird ein Chassis mit drei Antrieben gesteuert - wie ein herkömmliches Auto mit einem Wendekreis von null. Das Fahrzeug ist unter anderem mit einer Infrarot-Kamera ausgestattet. So kann es in Gebäude vordringen, die nicht mehr begehbar sind, weil sie beispielsweise durch einen Brand Einsturz gefährdet sind. Die Infrarot-Kamera kann Glutnester identifizieren, die dann von der Feuerwehr zielgerichtet bekämpft werden können. Ein weiteres mögliches Einsatzgebiet sind sehr enge Lagerräume, in denen das OWIC problemlos manövrieren kann. Dafür wurde das Schülerteam auf der Erfindermesse mit einer Bronzemedaille und darüber hinaus mit dem Großen Preis des deutschen Erfinderverbandes ausgezeichnet.

Ein weiteres Team des Max-Planck-Gymnasiums, vertreten durch Oliver Walter und Annabel Horndasch, entwickelte einen Multikopter mit zwölf in Matrixbauform angeordneten Rotoren für mehr Sicherheit beim Fliegen. Dieser Multikopter, der dem Team die Bronzemedaille einbrachte, soll beim Ausfall eines Antriebes die sichere Landung gewährleisten.

Daniel Dittrich und Joshua Stanic vom Team des Vereins Start Heidenheim widmeten sich „HeiQ“, einer Quadrokopter-Plattform zum Experimentieren im naturwissenschaftlichen Unterricht. Ein modernes Lerngerät von Schülern für Schüler, das physikalische Themen und Gesetzmäßigkeiten anschaulich vermittelt und Interesse am Beruf des Ingenieurs wecken soll. Dafür zeichnete sie die Jury der Erfindermesse mit einer Bronzemedaille aus.

Eine weitere Bronzemedaille erhielten Lena Osthold und Maira Kliewer vom Team des Vereins der Freunde und Förderer des Max-Planck-Gymnasiums für ihren Mikrowellen-Tassenkuchen. Der Snack für die Pause ist ein fertiger Kuchenteig, der sich ohne die Zugabe weiterer Zutaten schnell und einfach in der Mikrowelle zubereiten lässt.

Mit dem Programm Mikromakro unterstützt die Baden-Württemberg Stiftung Schülerteams bei der Umsetzung pfiffiger Lösungen für Probleme und bei der Entwicklung neuer Produkte. Mit einem Budget von bis zu 5000 Euro für einen Zeitraum von zwei Jahren und mit fachlicher Unterstützung durch Workshops können Schülerteams ihre Projektideen verwirklichen. Noch bis zum 11. November können sich Schülerteams ab Klasse 5 für einen der Programmplätze bewerben. Infos unter www.mikromakro-bw.de