Heidenheim / Silja Kummer  Uhr
15 Jahre lang wird die Oststadt Sanierungsgebiet sein, private Modernisierung wird gefördert. Woran es mangelt, wurde auch schon festgestellt.

Wer seine Immobilie in der Oststadt in nächster Zeit sanieren will, kann dafür Geld von der Stadt bekommen. Diese hatte beantragt, dass das Gebiet in das Programm Soziale Stadt aufgenommen wird. Maximal eine Million Euro stellen Land und Bund als Fördermittel dafür zur Verfügung, weitere 666 000 Euro die Stadt.

Die Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH wurde von der Stadt mit der Voruntersuchung beauftragt. Diese hatte zu einem Informationsabend eingeladen, es fanden zwei Stadtteilspaziergänge statt und eine Befragung der Eigentümer und Mieter. Zusätzlich gab es Ortsbegehungen und die Auswertung von vorhandenen Daten bei der Stadt. Alle diese Maßnahmen führten zum Ergebnis der Voruntersuchung, das Anna Tvardovskaja von der Wüstenrot dem Gemeinderat vorstellte.

Von 2108 verschickten Fragebögen wurden 370 zurückgeschickt, was einer Rücklaufquote von 17 Prozent entspricht. Diese bezeichnete Anna Tvardovskaja als gut. Eine unattraktive Straßen- und Freiraumgestaltung in der Oststadt bemängelten 119 Befragte, 94 meinten, der Stadtteil habe ein negatives Image. Fehlende private Stellplätze wurden von 89 Menschen beklagt, auch die schlechte Bausubstanz wurde von 66 Befragten als Problem benannt.

Umgekehrt wurden die Eigentümer von Immobilien auch gefragt, welche Maßnahmen sie selbst planen. 64,1 Prozent gab an, energetische Verbesserungen anzustreben, 60,9 Prozent sprachen von einer Teilsanierung. 21,7 Prozent wollen Garagen oder Stellplätze bauen, zwölf Prozent haben eine Gesamtmodernisierung im Sinn.

Eine Beurteilung des Gebäudezustands durch die Wüstenrot GmbH lässt erkennen, dass vor allem im Bereich Schlachthof Gebäude in sehr schlechtem Zustand sind. Auch entlang der Seestraße, Heinrich-Heine-Straße und Leintalstraße finden sich Wohngebäude in sehr schlechtem Zustand. Diese gehören der Vonovia, die andere Blocks in diesem Quartier bereits saniert hat.

Ebenfalls in sehr schlechtem Zustand sind einige Straßen, darunter auch die Römerstraße ab der Lessingstraße in Richtung Osterholz, die Lessingstraße selbst, die Schmittenbergstraße oder die Friedenstraße.

An fehlender sozialer und kultureller Infrastruktur hat die Wüstenrot fehlende Räumlichkeiten zur Begegnung, ein geringes Sportangebot, fehlende Spielplätze und unattraktiv gestaltete Freiflächen benannt. Umgekehrt sind die Sanierungsziele eine Aufwertung des Wohnumfelds, des öffentlichen Raumes und der Verkehrsflächen. Die Versorgungsstrukturen sollen erhalten und ausgebaut, private Gebäude modernisiert werden.

Die Fördergrundsätze für private Maßnahmen wurden folgendermaßen festgelegt: 30 Prozent der berücksichtigungsfähigen Kosten können als Zuschuss gewährt werden. Minimal müssen es 4500 Euro sein, die Investition also 15 000 Euro betragen. Maximal kann ein Zuschuss von 30 000 Euro betragen. Einzelfallentscheidungen sind notwendig bei denkmalgeschützten und Gebäuden mit mehr als fünf Wohneinheiten.

Das Sanierungsprogramm läuft 15 Jahre lang, was Stadtrat Ulrich Grath (Freie Wähler) als zu lange bezeichnete. Er wünschte sich einen engeren zeitlichen Rahmen, damit der Prozess dynamischer werde. Stadtrat Hans-Peter Neff (SPD) bat darum, das Quartier rund um die von der Friedrich-Ebert-Straße abgetrennten Bühlstraße auch ins Sanierungsgebiet aufzunehmen. Beide Ansinnen wurden abgelehnt. Was die Randgebiete des Sanierungsgebietes angehe, sei man auch bei vorherigen Sanierungsgebieten immer großzügig Verfahren, so Oberbürgermeister Bernhard Ilg.

Mit dem Beschluss des Gemeinderats ist das Sanierungsgebiet Oststadt nun förmlich festgelegt, auch der Förderzeitraum und die Richtlinien der Förderung sind beschlossen.