Heidenheim Orgelkonzert mit Dörte Maria Packeiser in Heidenheim

Spielte Bach und Reger auf der Rieger-Orgel der Pauluskirche: Dörte Maria Packeiser.
Spielte Bach und Reger auf der Rieger-Orgel der Pauluskirche: Dörte Maria Packeiser. © Foto: hape
Heidenheim / Hans-Peter Leitenberger 31.07.2018
Dörte Maria Packeiser erinnerte musikalisch an Bachs Todestag.

Heidenheim. Ein durchweg bewegendes Orgelkonzert gab es am Samstagabend vor 50 Besuchern in der Pauluskirche zum Todestag von Johann Sebastian Bach mit Orgelwerken in e-Moll. Dörte Maria Packeiser verstand es, den erhabenen Charakter des Präludiums durch stimmige Registrierung hervorzuheben. Prägnant, aber nicht zu streng kamen die Oberstimmen und das verkürzte Ritornell. Die toccatenartige Partie im fugierten Teil lebte von der zupackenden Spielweise in diesem expressiv wie frei gestalteten Zentrum des Satzes. Die Vitalität ließ kein mystisches Dunkel zu, das der Tonart oft nachgesagt wird. Kein Trauertag, eher ein tröstlicher Gedanke an den Geist, der Bachs Musik innewohnt. Der Katholik Max Reger schwärmte regelrecht von dem Protestanten Bach: „Alles, alles verdanke ich Johann Sebastian Bach.“ Bei Regers Suite e-Moll aus den Jahren 1894/95 wusste Dörte Maria Packeiser wusste die rhythmisch scharfe Profilierung im Werk des jungen Reger herauszuarbeiten. Besonders akzentuiert kam Regers Kontrapunktik zu Geltung. Das Fortissimo im Mittelteil bei den Melodiezitaten, etwa „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“, kam kühn und ergreifend. Bei der Passacaglia am Schluss verstand es Dörte Maria Packeiser, diese Ambivalenz von harmonischen Eingebungen und ambitionierter Klangsprache mit teilweise schroffen Ausprägungen in eine klingende Hommage Regers an sein verehrtes Vorbild farben- und nuancenreich zu gestalten.

Die Tonart e-Moll ist im übrigen auch in der Rockmusik beliebt, weil sie für Gitarristen leicht zu spielen ist. Damit käme ein weiterer Gedenktag ins Spiel. „Mick“, seit 2003 Sir Michael Philip Jagger, feierte zwei Tage vor dem Orgelkonzert seinen 75. Der Thomaskantor hätte seinem Rock-Kollegen sicher wenigstens ein feines Präludium gewidmet.

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