Heidenheim Altkleider-Container: Öffentliche Flächen sind in Zukunft tabu

Unschönes Bild, das es im öffentlichen Raum nicht mehr geben soll: überquellender Altkleider-Container.
Unschönes Bild, das es im öffentlichen Raum nicht mehr geben soll: überquellender Altkleider-Container. © Foto: Archiv
Heidenheim / Michael Brendel 09.11.2018
Der Gemeinderat hat die Entscheidung der Stadt bestätigt, keine Sammelbehälter mehr zu genehmigen.

Wohin mit den Klamotten, wenn sie nicht mehr gefallen oder nicht mehr passen? Bis vor Kurzem lag die Antwort auf der Hand: Ab damit in einen der zahlreichen Altkleider-Container, die gefühlt an jeder zweiten Ecke stehen. Besser gesagt standen. Denn in den vergangenen Monaten hat die Stadtverwaltung 52 der Sammelbehälter, die es auf öffentlichem Grund gab, entfernen lassen bzw. selbst abgebaut. Die Aufsteller wurden stattdessen auf private Flächen verwiesen.

Jetzt hat der Gemeinderat diesen Schritt mit einem eigenen Beschluss untermauert, weil das Verwaltungsgericht Stuttgart der Ansicht ist, „dass die generelle Versagung von Sondernutzungserlaubnissen für Altkleider-Container kein Geschäft der laufenden Verwaltung ist“, wie es in der Sitzungsvorlage heißt, sondern einer solchen Entscheidung bedürfe. Die Regelung gilt ab sofort.

Begründet hatte die Verwaltung die Abkehr von ihrer vorherigen Praxis damit, dass sich rund um die Container regelmäßig wilder Müll ansammle, der dann von der Stadtreinigung entsorgt werden müsse. Seitdem die Behältnisse beseitigt sind, ist nach Darstellung der Städtischen Betriebe die Abfallmenge deutlich zurückgegangen.

In der Sitzung des Gemeinderats gestern Nachmittag wies Bürgermeisterin Simone Maiwald darauf hin, dass es bei Altkleidern keine Vorschriften hinsichtlich einer verbrauchernahen Abholung gebe, wie sie aufgrund der Verpackungsverordnung beispielsweise für Glas gelte. Folglich sei es den Verbrauchern zuzumuten, „Altkleider über etwas weitere Strecken zum Wertstoffhof oder zu einer Sammelstelle auf einem Privatgrundstück zu bringen“.

Ein spezielles Problem vieler Altkleider-Container besteht nach Einschätzung des Rathauses darin, dass sie aus Kostengründen in unregelmäßigen Abständen geleert werden. Das liege zum einen daran, dass die Anlieferung saisonalen Schwankungen unterliege, also dem Rhythmus, in dem die heimischen Kleiderschränke ausgemistet werden. Zum anderen sei der Preis für Altkleider gesunken.

Das Resultat ist gleichermaßen unschön: Immer wieder türmen sich vor randvollen Containern Hosen, Mäntel und dergleichen. Und wo das der Fall ist, macht sich schnell auch Haus- und Sperrmüll breit.

Auch nach dem Wegfall der öffentlichen Stellplätze gibt es zahlreiche Kleider-Container: bei der Geschäftsstelle des Deutschen Roten Kreuzes auf dem Schlossberg, im Second-Hand-Laden der Diakonie an der Hauptstraße, im DRK-Laden Kleiderglück an der Giengener Marktstraße, bei den 17 Wertstoffzentren im Landkreis sowie auf dem Gelände vieler Supermärkte.

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